Achim Wagner
Achim Wagner, ein Schlosser und Autodidakt, begann seine künstlerische Laufbahn 1975 mit Linol- und Holzschnitten. Ab 1980 wandte er sich der Arbeit mit Stahl zu und wurde für sein Schaffen 1981 mit einem Kunststipendium der Stadt Gelsenkirchen geehrt. Als Mitglied im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt von 1980 bis 1990 verband er Kunst eng mit dem industriellen Milieu seiner Heimatstadt. In den mittleren Achtzigerjahren leitete Wagner zahlreiche Workshops zur Erstellung von Stahlskulpturen an Schulen und platzierte ab 1988 seine Werke auch im öffentlichen Raum.
Wagner experimentierte zunächst mit Ton und Ölmalerei, bevor er fast ausschließlich in Stahl arbeitete, woraus teils monumentale Skulpturen entstanden. Seine Faltplastiken wie "Unsere stählerne Vergangenheit" zeugen von einer innovativen Technik: Aus einem Blechstück herausgeschnittene Figuren werden durch Falten plastisch gestaltet – eine Methode, die das Experimentieren mit Papiermodellen voraussetzt. Andere Plastiken kombinieren metallene Fundstücke zu komplexen Gebilden wie beim "Traumvogel". Die Vollplastik "Pas de deux" repräsentiert hingegen eine aufwendige Technik des Verschweißens einzelner Elemente.
Neben seinen bildhauerischen Arbeiten schrieb Wagner charmante Kurzgeschichten und beteiligte sich an Buchveröffentlichungen im Kontext von Dokumentationen und Lyrikbänden. Seine Einzelausstellungen fanden unter anderem in Galerien, Bildungszentren sowie Büchereien statt, wobei die Verbindung zwischen Buch und Skulptur ein wiederkehrendes Thema war.
Eine besondere Erwähnung verdient die Metallskulptur ohne Titel aus dem Jahr 1999, bei deren Entstehung Wagner zusammen mit elf Schülerinnen und Schülern arbeitete – ein Zeugnis seines Engagements für kunstpädagogische Projekte.
