Auguste Rodin
Auguste Rodin, ein Pionier der modernen Skulptur, entstammte einer konservativen Beamtenfamilie in Paris. Trotz dreimaliger Ablehnung von der École nationale supérieure des beaux-arts setzte Rodin seine künstlerische Laufbahn eigenständig fort. Nach dem Tod seiner Schwester 1862 und einem kurzen Aufenthalt im Orden Pères du Saint-Sacrement widmete er sich wieder vollends der Kunst. Unter Albert-Ernest Carrier-Belleuse fand er zunächst einen Mentor, bevor es zum Bruch kam und Rodin ab den 1870er Jahren durch öffentliche Aufträge Anerkennung erlangte.
Seine Studienreise nach Italien diente dazu, das Werk Michelangelos zu erforschen; später studierte er auch die französischen gotischen Kathedralen intensiv. Die Beziehung zu Camille Claudel, anfangs seine Schülerin und später Geliebte, beeinflusste sein Schaffen bis zur Trennung im Jahr 1893 maßgeblich. In Meudon etablierte sich Rodin als Zentrum eines Künstlerkreises und wurde von Kunstkritikern wie Octave Mirbeau hoch gelobt.
Rodins Werke wurden vielfach ausgestellt, so präsentierte etwa die Weltausstellung in Paris 1900 eine umfangreiche Sammlung seiner Arbeiten. Seine Skulpturen zeichnen sich durch ihre lebensnahe Dynamik und emotionale Ausdruckskraft aus – Eigenschaften, die besonders in Werken wie "Jean d'Aire", einem Teil des Ensembles "Die Bürger von Calais" aus Bronze (1884-1886), hervortreten.
Zum Gedenken an seinen 100. Todestag wurde im Februar 2017 eine spezielle 2-Euro-Münze herausgegeben. Bis heute bleibt Rodins Einfluss auf die Bildhauerei unbestritten; sein Vermächtnis wird unter anderem im Musée Rodin in Paris gepflegt, wo viele seiner bedeutendsten Werke zu sehen sind.
