Fidel Binz
Fidel Binz, ein talentierter Bildhauer und Steinmetz aus Mahlberg, prägte die Kunstszene in Karlsruhe mit seinen Werken hauptsächlich im Bereich der Grabmalkunst und Bauplastik. Nach seinem Studium an der Münchner Kunstakademie ab 1868 etablierte er sich seit 1874 dauerhaft in Karlsruhe. Dort hatte er eine eigene Werkstatt samt Ausstellungshalle für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Grabsteine und architektonischen Skulpturen. Sein künstlerisches Schaffen umfasste vor allem trauernde Frauenfiguren im klassizistischen Stil, die nach 1900 als Galvanoplastiken für die Württembergische Metallwarenfabrik entstanden und deutschlandweit Anklang fanden.
Binz' bauplastische Arbeiten zieren bedeutende Bauwerke wie das Palais Bürklin, die Städtische Festhalle von 1889 sowie die Gaststätte "Zum Moninger". Er hinterließ auch zahlreiche signierte Grabsteine auf dem Friedhof in Karlsruhe, was seinen lokalen Erfolg unterstreicht. Neben seiner eigenen Tätigkeit bildete er auch andere Künstler aus; sein Sohn Hermann Binz sowie Hermann Föry und Theodor Hengst waren einige seiner Lehrlinge.
Die Verbindung zu seiner Heimatstadt wurde durch den Umzug nahe des neuen Hauptfriedhofs noch verstärkt, wo er sich bessere Auftragschancen erhoffte. Fidel Binz verstarb 1920 in Karlsruhe und fand seine letzte Ruhestätte in einem Familiengrab mit einer von ihm gestalteten weiblichen Grabmalfigur – ein persönliches Zeugnis seines Lebenswerks.
