Georg Ettl

Künstler:in Update (*) 1940 (†) 2014 1 Kunstwerk

Leben: (*) 1940, (†) 2014

Anzahl Kunstwerke: 1

Bildhauer, Maler und Objektkünstler aus Nittenau; Ausbildung als Werkzeugmacher und technischer Zeichner in Detroit in den USA; Studium der Kunst, Literatur und Philosophie in Detroit in den USA; Philosophiestudium an der Sorbonne in Paris ab; er übte diverse Lehrtätigkeiten aus und wurde Kunstprofessor; Ettls Werk ist sehr vielfältig. Im französischen Schloss Oiron belebte er ursprünglich vorhandene Pferdedarstellungen mit seinen Rossen wieder, er stellte Kirchenfenster her und gestaltete in Krefeld den Innenhof des Krefelder Kunstmuseums neu; er verwendete Schablonen, Computer sowie Lasertechnik; er fertigte Skulpturen, Reliefs und einen vier Meter langen Stofffries; er zeichnete und malte, arbeitete mit rostigen Eisenblechen und Beton. Ettl arbeitete minimalistisch und benutzte als Konstante häufig einige serielle Grundmotive, zum Beispiel Pferde und Köpfe. Neben den architekturbezogenen Arbeiten gestaltete er in seinen späten Jahren Alltagsgegenstände wie Tapeten, Pfannen, Verkehrsschilder, Krawatten und Tische. Als sein Hauptwerk gilt für viele seine Kirchenraumgestaltung der Heilig Geist Kirche in Neuss; von 1992 bis 1999 formte er die Kirche mit seinen figürlichen Bilderwelten bis in den letzten Winkel hinein. Ettl führt in Neuß das Drama theatrum mundi nach den Texten der biblischen Überlieferungen auf. Seinen Aufführenden gibt er wieder leibhaftige Gestalt. Sein Repertoire an auf Piktogramme reduzierter Gegenständlichkeit, vor allem aber seine intensive Beschäftigung mit der menschlichen Figur, deren innere Verfassung er in zahllosen Variationen herausarbeitete, befähigt ihn dazu. In Neuss spannte er einen dramatischen Bogen zwischen Bilderwelten und Weltbildern. Der französische Staat ernannte Ettl zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres. Ettl lebte und arbeitete mehr als dreißig Jahre in Viersen, wo er einige Jahre als Lehrer am städtischen Gymnasium tätig war. Er liegt in einem Familiengrab auf dem Pfarrfriedhof in Viechtach begraben; dort steht ein großes Kreuz, das er eigentlich für die Ausgestaltung der Heilig-Geist-Kirche in Neuss geschaffen hatte. Zitat: „[Ettls Werke] erzählen nichts, aber sie provozieren das erzählerische Potential im Betrachter. Gewissermaßen sind es Epitaphe, die in eigentümlicher Ursprünglichkeit und darin schon wieder höchst artifiziell an einen sakralen Kontext erinnern, diesen jedoch in profanierender Manie ironisieren, ohne sich tatsächlich wirklich von ihm abzuwenden. Als moderne Ikonen sind sie das Abbild einer verlorenen Motiv- und Empfindungswelt, die nunmehr nur noch als ein Schema ihrer selbst bildhaften Charakter gewinnt.“ Kunstforum international.

Porträt von Georg Ettl

Kunstwerke des Künstlers

Frau mit Armen von Georg Ettl Frau mit Armen

Georg Ettl