Gottfried Gruner

Künstler:in Update (*) 1923 (†) 2011 1 Kunstwerk

Leben: (*) 1923, (†) 2011

Anzahl Kunstwerke: 1

Bildhauer und Wasserkinetiker aus Stollberg; er gilt als Pionier der Solarkunst; in über 60 Städten in Deutschland stehen seine Werke an Plätzen und in Grünanlagen; im Zweiten Weltkrieg entstanden in der Nähe von Nowgorod Aquarelle, die noch heute in der Städtepartnerschaft zwischen Bielefeld und Nowgorod eine besondere Nachwirkung entfalten; Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; 1947 war er an der Kunstschule Bremen ein Schüler von Herbert Kubica; Studium an der Kunstakademie Münster (bei Kurt Schwippert) und später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (bei Hermann Brachert und Otto Baum); in den 1960ern wandte er sich kinetischen Brunnenobjekten zu – seit 1974 unter der Bezeichnung „Aquamobile“ – die er im niederrheinisch-westfälischen Industriegebiet und um Stuttgart realisierte. In den 1990er Jahren entwarf Gruner beweglich Kunstobjekte mit Solarantrieb und installierte seine Solarplastiken im öffentlichen Raum. Die Aquarelle von Nowgorod Grunes erste Werke entstanden während des Krieges in Russland. Seine Witwe Traute Gruner erinnert sich: “Die zwölf Aquarelle aus den Jahren 1942 – 43 sind die frühesten Werke meines Mannes, der damals ein 19-20-jähriger Wehrmachtssoldat war. Soldat, Krieg und Kunst – wie geht das zusammen? (…) Am Nordabschnitt stockte die Front für ein ganzes Jahr, und der junge Künstler im Waffenrock hatte Zeit und Gelegenheit zum Malen. Er war fasziniert von der Landschaft am Ilmensee und ihren Menschen, von denen er Porträts malte. Auch Architektur, wie die Sophienkathedrale, beeindruckten ihn sehr. Es war eine Zeit ohne Kriegshandlungen in einem doch so mörderischen Krieg.“ Die Aquarelle sind heute ein wichtiges Bindeglied in der Städtepartnerschaft zwischen den Städten Bielefeld und Nowgorod. Das Kuratorium Städtepartnerschaft Bielefeld Welikij Nowgorod e. V. pflegt dieses Erbe und führte die Aquarelle Gruners und seines russischen Kollegen Semjon Pustovojtov, der etwa zur gleichen Zeit und auch später in Nowgorod wirkte, in Ausstellungen und in dem Buch „Kriegsgegner und Brüder in der Kunst“ zusammen[3]. Brunhild Hilf, Vorsitzende des Kuratoriums, erklärt: „Dieses Buch dokumentiert das fiktive Gespräch zweier Maler über die Gräben des Zweiten Weltkrieges: der deutsche Künstler beklagt in seinen Bildern die Zerstörung, die der deutsche Überfall auf die UdSSR in Nowgorod anrichtete, der russische Künstler feiert die Wiederauferstehung der alten Stadt nach dem Friedensschluss im Mai 1945. später bezeichnet er seine Werke als „Aquamobile“. Er leistet intensive gestalterische und technische Entwicklungsarbeit. Er erfindet das Wasserkippkastensystem mit zwei Kammern. Seine Werkstoffe sind Acrylglas, Stahl und Wasser. „Gruner ist der eigentliche Überwinder des konventionellen Brunnens des 19. Jahrhunderts. Er gehört zur Generation der Soto, Kramer, Tinguely, Burri, Adam et al. Sein Ziel ist der Mensch als integrierter Bestandteil seiner wasserkinetischen Apparate. Diese sollen vom Besucher nicht nur begehbar, sondern auch manipulierbar sein. … Bei Gruners Apparaten handelt es sich wie bei anderen kinetischen Objekten um einen erlebbaren zeitlichen Ablauf. Man sieht die Bewegung, man erlebt das Wasser man stellt fest, dass die Zeit vergeht, ehe man alles erfasst hat, bis dann unbemerkt die heiteren Emotionen beim Betrachter und Benutzer sich einstellen. Dadurch, dass die Zeit als Komponente hinzugefügt ist, erkennen wir die Wirklichkeit besser, erleben aber auch gleichzeitig die Sichtbarmachung der Relativität. Es beginnt, es geschieht, es geht vorüber. Gruners homo ludens, wie er ihn in seinen Aquamobilen zu Wort kommen lässt, wird auch in anderen Objekten erkennbar. In seinen eigentlichen Spielgeräten, teils mit, teils ohne Wasser, ist dies ebenso zu bestätigen, dann immer aber farblich gestaltet. Bei den statischen Wasserelementen und den farbigen Spielobjekten handelt es sich um gleiche Formen, die Gruner früher auch am Bau anwandte. In solchen Arbeiten kommt der Bauplastiker Gruner zum Teil wieder zu Wort ….“ Seine „Aquamobile“ stehen in über 60 Städten in Deutschland und sind prägend für die Kunst im öffentlichen Raum der Bundesrepublik in den 1970er Jahren. Solarplastiken Solarplastik (Uhr), 1997, Oldenburg, Stadthafen In den 1990er Jahren experimentiert er mit dem Solarantrieb seiner beweglichen Kunstobjekte. Diese Solarplastiken entstehen u. a. Neckarsulm und Oldenburg.

Porträt von Gottfried Gruner

Kunstwerke des Künstlers

Aqua-Mobil von Gottfried Gruner Aqua-Mobil

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