Günter Dohr
Günter Dohr (1936–2015) studierte Malerei in Münster und an der Kunsthochschule Kassel, wo er künstlerisch von Arnold Bode, dem Gründer der documenta, geprägt wurde. In den 1960er Jahren wandte er sich von der Malerei ab und begann mit Licht zu experimentieren. Er entwickelte zunächst statische, später kinetische Lichtobjekte, die durch elektronische Steuerung Farbveränderungen ermöglichten. In dieser Zeit war er Mitbegründer der Künstlergruppe „B1“, die sich mit Kunst im industriellen Ruhrgebiet beschäftigte.
Ab den 1970er Jahren arbeitete Dohr verstärkt an Lichtinstallationen in architektonischen und öffentlichen Räumen. Besonders bekannt wurde seine Lichtgestaltung in der Dortmunder Kirche St. Petri sowie seine farbigen Leuchtkästen im Hauptbahnhof Krefeld. Seine Werke zeichnen sich durch eine reduzierte Formensprache aus, die in Kombination mit Licht eine atmosphärische und meditative Wirkung entfaltet. Parallel zu seinen Installationen war er von 1980 bis 1999 Professor für Objekt-Design mit Schwerpunkt Lichtgestaltung an der Hochschule Niederrhein.
Ab 1979 kehrte Dohr zur Malerei zurück, wobei Licht und Farbe weiterhin sein zentrales Thema blieben. Seine Gemälde und Aquarelle erforschen das Zusammenspiel von Lichtintensität und Farbwahrnehmung. In Krefeld war er bis zuletzt mit Ausstellungen präsent, darunter die Schau „Im Licht, in der Farbe“ im Kunstverein. Günter Dohr verstarb 2015 nach langer Krankheit und hinterließ ein vielseitiges Werk, das die Wechselwirkungen zwischen Licht, Raum und Wahrnehmung untersucht.
