Hans-Günther Obermaier
Hans-Günther Obermaier, gebürtig aus Oberbayern, absolvierte eine Ausbildung bei einem Dekorationsmaler und vertiefte seine Fähigkeiten in Meisterkursen für Holzschnitzen und Kunstschmieden. Sein Studium an der Folkwangschule Essen umfasste Bildhauerei und grafische Techniken. Seit 1967 ist Köln sein Lebens- und Schaffensmittelpunkt; zusätzlich richtete er ab 1980 ein zweites Atelier in Hauroth/Eifel ein.
Obermaiers künstlerischer Durchbruch gelang mit seinen "Kinetophonen" – Plexiglasformen und Objektkästen, die seit 1968 in zahlreichen Ausstellungen präsentiert wurden. Diese Werke zeichnen sich durch elektrisch bewegte Szenarien aus Puppenkörpern aus, die eine technisch-surreale Welt darstellen. Ab den späten 1970er Jahren schuf er große Wandbilder mit Einblicken in verborgene Wohnwelten sowie Skulpturen, die sich thematisch mit dem Verhältnis von Kunst zu Architektur auseinandersetzten.
In den 1980er Jahren folgten weitere bedeutende Ausstellungen seiner Arbeiten, unter anderem im Rahmen des Kölner Kunst Kaleidoskops oder der Großen Düsseldorfer Kunstausstellung. Mit dem Max-Ernst-Stipendium wurde ihm 1975 eine besondere Ehrung zuteil.
Ab Mitte der 1970er Jahre widmete sich Obermaier als freischaffender Maler und Bildhauer farbigen Puppenszenarien auf Schaltplatinen, welche das Funktionieren innerhalb einer zunehmend computerisierten Welt symbolisierten. Später fokussierte er sich auf Holzskulpturen und Eisenarbeiten sowie Zeichnungen.
Seine philosophische Auseinandersetzung mit Mythen findet ihren Niederschlag in Skulpturen von archaischer Anmutung bis hin zu zeitgenössischen Interpretationen christlicher Heiligendarstellungen. Die Werkgruppe "Künstler-Musen" reflektiert überdies das Verhältnis zwischen Künstlern und ihren inspirierenden Musen.
Zu seinen jüngeren Werken gehört auch die Skulptur "Venus Moselana", welche die Göttin Aphrodite verkörpert – entstanden aus den Wassern der Mosel mit einer Weinbeere dargestellt. Hans-Günther Obermaiers Schaffen ist geprägt von einer intensiven Beschäftigung mit Materialität und Mythologie gleichermaßen.
