Hans Wolfgang "Hawoli" Lingemann
Hawoli, mit bürgerlichem Namen Hans-Wolfgang Lingemann, ist ein vielseitiger niedersächsischer Künstler, der sich sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei einen Namen gemacht hat. Nach einem begonnenen Ingenieurstudium im Jahr 1956 widmete sich Hawoli ab 1962 vollständig seiner künstlerischen Laufbahn und lebt heute in Neuenkirchen bei Soltau. Seine Werke umfassen Skulpturen aus Naturstein und Stahl sowie Kunststoffobjekte und Fotografien auf Stein und Büttenpapier, die er seit den späten 1970er Jahren schafft.
In seinen Arbeiten setzt sich Hawoli oft mit Themen wie Zeit, Bewegung und Veränderung auseinander. Er verbindet dabei häufig bildhauerische Elemente mit fotografischen Techniken, wodurch seine Werke eine besondere Tiefgründigkeit erhalten. Zu seinen bekannteren öffentlichen Installationen zählt "Fragment", vier gestürzte rot-schwarze Granitpfeiler vor dem Haus des Reichs in Bremen.
Der Künstler war Teil der Künstlersiedlung Halfmannshof in Gelsenkirchen und trug zu Projekten wie InformationKulturUnna│iku bei. Als Mitglied im Deutschen Künstlerbund hat Hawoli zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Niedersächsischen Verdienstorden am Bande im Jahr 2000.
Seine Schaffenskraft zeigt sich auch in weiteren Werken wie "Spannung" (1979) oder "Balancen" (1983), die das Zusammenspiel von Kraft und Bewegung thematisieren. Die Anerkennung für sein Schaffen spiegelt sich nicht zuletzt im Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst wider, den er 2014 von der Leuphana Universität Lüneburg entgegennahm.
Hawolis kreative Prozesse sind geprägt durch Beobachtungen aus dem Leben; so werden natürliche Strukturen zu Metaphern des Zeitlichen transformiert – eine Fusion von Fotografie und Malerei auf unterschiedlichen Materialien.
