Herbert Volwahsen
Herbert Volwahsen, gebürtig aus Schlesien, war ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer, der vor allem für seine Skulpturen in öffentlichen Räumen bekannt wurde. Nach einer Ausbildung an der Holzschnitzschule Bad Warmbrunn studierte er von 1925 bis 1931 an der Dresdner Kunstakademie bei Richard Born und Karl Albiker. In Dresden wirkte er als freischaffender Künstler und organisierte 1946 die „Erste Deutsche Kunstausstellung“, welche die während des Nationalsozialismus verfemte Kunst wieder ins Licht rückte.
Volwahsens künstlerisches Schaffen war geprägt durch den Ausdruckstanz; Kontakte zu Mary Wigman und Gret Palucca beeinflussten seine Plastiken mit Dynamik und innerer Bewegung. Trotz einer zeitweiligen Nähe zum nationalsozialistischen Kunstverständnis setzte sich Volwahsen nach dem Krieg für die Rechte von Künstlern ein und schuf das Großrelief „Passion“ unter dem Eindruck des Leids des Zweiten Weltkrieges.
Nach seiner Flucht aus der DDR leitete er ab 1956 die Bildhauerklasse an der Werkkunstschule Bielefeld und lehrte später als Professor an der Fachhochschule Dortmund. Seine Werke wie "Die Fußwaschende" oder das Mahnmal in Herne zeugen von seinem gestalterischen Vermögen im Umgang mit Materialien wie Bronze, Muschelkalk oder Travertin. Zu seinen bekannten Arbeiten zählt auch das Relief "Das Geld treibt die Wirtschaft", entstanden um 1970 in Zusammenarbeit mit Jan Bormann und Theo Uhlmann.
Volwahsen hinterließ ein vielfältiges Œuvre, welches neben Einzel- auch Gruppenausstellungen weltweit umfasst, darunter in den Niederlanden, USA, Italien, Peru und Ägypten. Er wurde mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ilgen-Preis (1953) sowie dem Kunstpreis Schlesien (1979). Nach seiner Emeritierung zog er sich nach Murnau zurück, wo er 1988 verstarb.
