Hubert Oswald Stier
Hubert Oswald Stier, ein deutscher Architekt und Hochschullehrer aus Berlin, prägte mit seinen Bauten im Neorenaissance-Stil das architektonische Bild von Berlin und Hannover. Als Sohn des renommierten Architekten Wilhelm Stier wurde er früh in die Welt der Architektur eingeführt und folgte dem väterlichen Pfad an der Berliner Bauakademie. Seine Studienreisen nach Italien, Frankreich und wiederum Italien zwischen 1862 und 1868 bereicherten sein künstlerisches Repertoire. Nach seiner Tätigkeit im Büro von Hermann Friedrich Waesemann am Roten Rathaus in Berlin-Mitte übernahm er als Regierungsbaumeister ab 1868 bedeutende Projekte.
In Hannover verantwortete Stier den zweiten Entwurf des Hauptbahnhofs (1875-1877), eine Synthese aus Hitzigs gescheitertem Erstentwurf, dem Rundbogenstil der lokalen Schule sowie eigenen Innovationen. Dieses Projekt zeichnete sich durch fortschrittliche Konzepte wie Gepäck- und Personentunnel aus. Ab 1880 lehrte er an der Technischen Hochschule Hannover, wo er bis zum Geheimen Baurat aufstieg.
Stiers Werke umfassen neben Bahnhöfen auch Museumsgebäude wie das Provinzialmuseum (1897-1901), heute bekannt als Niedersächsisches Landesmuseum Hannover. Zudem war er für Geschäftshausbauten in Hannover zuständig. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal (1893-1902), gefertigt aus Sandstein und Bronze unter Mitwirkung von Friedrich Bagdons sowie Adolf und Karl August von Donndorf, zählt zu seinen bekannten Skulpturenprojekten.
Als Großvater von Hubert Hoffmann hinterließ Stier nicht nur bauliche Meisterwerke, sondern auch ein familiäres Erbe in der Welt der Architektur.
