Jakob Wilhelm "Willy" Meller
Willy Meller, ein deutscher Bildhauer, erlangte durch seine Zusammenarbeit mit dem Architekten Clemens Klotz während des Nationalsozialismus Bekanntheit. Seine Ausbildung absolvierte er an der Kunstgewerbeschule Köln und später an der Akademie der bildenden Künste in München, wo er sich einer gegenständlich-figürlichen Bildhauerei widmete. Dies spiegelt sich in seinen frühen Werken wie einem weiblichen Torso und einem sitzenden Frauenakt wider. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Meller nach Köln zurück und schuf vorrangig bauplastische Arbeiten für Gebäude sowie Kriegerdenkmäler, die ihn den Nationalsozialisten empfahlen.
Mellers Schaffen umfasst charakteristische Skulpturen wie das veränderte Kriegerehrenmal in Lüdenscheid oder die Bauplastik für das Olympiastadion Berlin und die NS-Ordensburg Vogelsang. Trotz seiner Nähe zum Nationalsozialismus setzte er seine Karriere nach 1945 fort und erstellte unter anderem Werke für die Deutsche Bundespost.
Seine Materialwahl variierte zwischen Granit, grünlichem Marmor und anderen Werkstoffen; so entstanden beispielsweise eine Brunnen-Skulptur aus Granit (1955) sowie ein Relief aus grünlichem Marmor (1960). Die kritische Auseinandersetzung mit seinem Wirken im Dritten Reich blieb jedoch weitgehend aus, obwohl sein Name regelmäßig auf Großen Deutschen Kunstausstellungen präsent war und er auch nach 1945 weiterhin öffentliche Aufträge annahm.
