Nicolas Schöffer
Nicolas Schöffer, gebürtig aus Ungarn und später französischer Staatsbürger, war ein Pionier der kybernetischen Kunst und Videokunst. Nach einer juristischen Ausbildung wandte sich Schöffer der bildenden Kunst zu und studierte an der Akademie der Schönen Künste in Budapest sowie an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris. Sein künstlerisches Werk zeichnet sich durch die Verwendung moderner Materialien wie Kunststoff, Aluminium und Edelstahl aus; er integrierte Elektrizität sowie neueste elektronische Entwicklungen in seine Arbeiten. Schöffers innovative Konzepte – Spatiodynamik seit 1948, Luminodynamik ab 1957 und Chronodynamik ab 1959 – revolutionierten den Umgang mit Raum, Licht und Zeit in der Skulptur.
Er arbeitete eng mit Ingenieur*innen zusammen und ließ Musik sowie Choreografie Teil seiner kinetischen Werke werden. Inspiriert von Lászlo Moholy-Nagys "Licht-Raum-Modulator", schuf er bahnbrechende spatiodynamische Skulpturen wie "CYSP", die roboterähnlich agieren konnten. Diese Werke sollten nach seinem Wunsch das Zentrum zukünftiger Städte bilden, was sich in seinen dynamischen Türmen widerspiegelt, die weltweit installiert wurden.
Schöffers Beitrag zur Kunst wurde mehrfach filmisch dokumentiert; seine Auseinandersetzung mit dem Medium Licht führte zu den Serien "Lux" und den visuellen Forschungsmaschinen "Luminoskope". Er nahm an bedeutenden Ausstellungen teil, darunter zweimal auf der documenta in Kassel und wurde auf der Biennale von Venedig ausgezeichnet. Seine Ideen zur „La Ville cybernétique“ veröffentlichte er 1969.
In seinem Werk "Spatiodynamique" (1962) manifestieren sich diese Prinzipien: Die Plastik kombiniert Edelstahl mit einem Drehmechanismus samt elektrischem Motor und Scheinwerfern – eine Synthese aus Formbewegung und Lichtspiel. Als Mitglied der Académie des Beaux-Arts hinterließ Schöffer einen unverwechselbaren Fußabdruck im Bereich zeitgenössischer Bildhauerei bis hin zur Stadtgestaltung von morgen.
