Ulrich (Glockengießerfamilie)

Gruppe 1 Kunstwerk

Leben: (*) 1732, (†) 1949

Anzahl Kunstwerke: 1

Die Glockengießerfamilie Ulrich, gegründet von Johann Georg Ulrich dem Älteren um 1732 in Laucha, verlegte ihren Wirkungsort ab 1759 nach Apolda und prägte dort über Jahrhunderte die Kunst des Glockengusses. Die Familie expandierte das Geschäft durch Übernahme einer bereits bestehenden Gießerei und erlebte sowohl familiäre Zerwürfnisse als auch beratende Unterstützung durch Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang Goethe. Im 19. Jahrhundert führten verschiedene Nachfahren die Tradition fort, darunter Carl Friedrich Gottfried Ulrich, der eine konkurrierende Gießerei gründete und mit seinem Sohn Ernst bis zu dessen Tod insgesamt 768 Kirchenglocken schuf.

Das Unternehmen erfuhr im frühen 20. Jahrhundert unter Heinrich Karl Ulrich eine Neugründung und erreichte mit der Herstellung der Petersglocke für den Kölner Dom einen Höhepunkt seines Schaffens. Trotz Expansion und Kooperationen, etwa mit der Gießerei J.F. Weule zur Produktion von Stahlglocken nach dem Ersten Weltkrieg, konnte sich das Unternehmen nicht dauerhaft am Markt behaupten und wurde letztendlich 1949 enteignet.

In ihrer Blütezeit fertigten sie bedeutende Werke aus Bronze an, wobei ein Industriekunstwerk aus dem Jahr 1922 hervorsticht – hergestellt in Zusammenarbeit mit J.F. Weule. Ihre Glockenkreationen zieren zahlreiche Kirchen und zeugen von ihrem handwerklichen Können sowie ihrer Bedeutung für die sakrale Musiklandschaft Europas.

Porträt von Ulrich (Glockengießerfamilie)

Kunstwerke des Künstlers

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