Engel, ehemals Grabstätte Familie Karl Wienke
Künstler: Adolf Lehnert
Jahr: 1905 (?)
Diese Skulptur eines weiblichen Engels, geschaffen um 1905 von Adolf Lehnert (1862-1948), ist ein charakteristisches Beispiel für die kommerzialisierte Grabmalgestaltung der damaligen Zeit auf dem Friedhof Hörde in Dortmund-Hörde. Die etwa 1,58 m hohe Figur aus Galvanobronze zeigt den Engel mit ausgebreiteten Flügeln und steht auf einem circa 1,47 m hohen Postament aus braun-schwarzem Granit. Der Kopf des Engels ziert ein Kranz aus Eichenblättern und Eicheln, während das lange Haar teilweise unter einem Tuch versteckt ist. Das bodenlange Gewand wird durch einen Umhang ergänzt, welchen der Engel mit seiner linken Hand zusammenhält. In der Armbeuge trägt er einen Palmwedel sowie Rosenblüten; eine einzelne Rose lässt er mit der rechten Hand fallen. Ursprünglich war diese Plastik Teil einer Grabstätte für die Familie Karl Wienke in Dortmund-Hörde, wie die Inschrift auf der heutigen Rückseite belegt. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: "Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91.11" – zum Eingang der Friedhofskapelle hin. Die am Sockel angebrachte Bezeichnung „Galvanopl. Kunstanstalt Geislingen-St.“ verweist auf die Herkunft: Es handelt sich um ein Produkt der Tochterfirma der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF), welche mittels Galvanoplastik kostengünstigere Bronzeskulpturen herstellte als bei traditionellen Gussverfahren möglich gewesen wäre. Auf der heutigen Schauseite des Grabsteins steht: „Er hat seinen Engel befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91.11“; Grabstein, heutige Rückseite: „Ruhestätte der Familie Karl Wienke“.
