Ohne Titel (Hohlspiegelwand)

Kunst am Bau

Künstler: Adolf Luther

Jahr: 1971

Um dieses Werk vollständig zu erkunden, musst du dich bewegen: Laufe von außen an dem Werk von Luther vorbei – die Wand wirkt zunächst durchlässig. Auch von näherem betrachtet bietet das Kunstwerk immer wieder neue Perspektiven auf dich selbst und die Umgebung. Adolf Luthers Werk aus dem Jahr 1971 ist eine großflächige Installation im östlichen Seminarraum im Mensa-Gebäude der RUB. Das Werk besteht aus 112 industriell gefertigten, sphärisch gewölbten Hohlspiegeln, die in acht Reihen eine Fläche von etwa 4,10 mal 6,80 Metern bedecken. Die Spiegel sind konkav geformt, das heißt, sie sind nach innen gewölbt, was das einfallende Licht auf besondere Weise bricht und reflektiert. Die geometrische Struktur der Wand folgt einer seriellen Anordnung ohne kompositorische Variation. Die Hohlspiegelwand ist so im Seminarraum platziert, dass sie von außen durch die Fenster sichtbar ist. Im Vorbeigehen wirkt es zunächst, als könne man durch die Wand hindurchsehen. Die Spiegel sind jedoch undurchlässig und erzeugen die Illusion von Transparenz. Je nach Blickwinkel und Abstand sehen Betrachter ihr Spiegelbild verfremdet, vergrößert, gedreht oder auf den Kopf gestellt. Dies schafft ein kaleidoskopartiges Wahrnehmungserlebnis, das vertraute Raum- und Körperbilder zugleich abstrahiert und verfremdet. Die Installation beeinflusst die Atmosphäre des Seminarraums maßgeblich, indem sie das Tageslicht bricht und reflektiert, wodurch eine helle, lichtdurchflutete Umgebung entsteht. Die Arbeit vermittelt eine spielerische, zugleich irritierende Erfahrung von Raum und Wahrnehmung, die die Grenze zwischen Realität und Reflexion auslotet. Durch die enge Verbindung mit der Architektur des Mensagebäudes zeigt das Werk die Wechselwirkung von Kunst, Licht und Raum als integralen Bestandteil der Kunst am Bau. Bitte beachte bei deinem Besuch die beschränkten Öffnungszeiten des Mensagebäudes; von außen ist es jedoch jederzeit sichtbar.