Nelly Sachs
Künstler: Bernhard Kleinhans
Jahr: 1999
Diese halböffentliche Bronzeskulptur, geschaffen von Bernhard Kleinhans im Jahr 1999, ehrt die Schriftstellerin und Lyrikerin Nelly Sachs. Die 1,20 m hohe und 0,40 m breite Figur zeigt Sachs in einem bodenlangen Kleid, aufrecht stehend auf einem viereckigen 0,25 m hohen und 0,60 m breiten Holzsockel. Mit dem rechten Arm hält sie angewinkelt eine Jacke oder einen kurzen Umhang fest, während ihre linke Hand eine Clutch umfasst. Ihre kurzen, lockigen Haare rahmen ein Gesicht mit neutralem Ausdruck. Die Oberfläche der ca. 70 Kg schweren Skulptur ist bewusst uneben gehalten, Signatur: „BK 1999“. Die Plastik befindet sich in Dortmund-Mitte in der Stadt- und Landesbibliothek und wurde dort im zweiten Obergeschoss platziert. Eine separate bronzene 0,64 m lange und 0,24 m breite Schrifttafel trägt die Inschrift: „NELLY SACHS 1891-1970 / IN JUNGEN JAHREN SCHON ZU WISSEN, DASS LEBEN IMMER ABSCHIED IST / EIN MÜDES BLATT NOCH FÄRBT SICH ZUR ROSE“. Dieses Zitat ist eine leichte Abwandlung aus Sachs' Gedicht „Rehe“. Nelly Sachs selbst war eine bedeutende deutsch-schwedische Dichterin jüdischer Herkunft, die für ihr Werk über das Schicksal Israels den Nobelpreis für Literatur erhielt. Ihr literarisches Schaffen reflektiert tiefgreifend die Erfahrungen des Holocausts und zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit ihrer jüdischen Identität. Die Skulptur wurde nach dem Tod des Künstlers von dessen Witwe an die Stadt verkauft und durch seinen Sohn Basilius Kleinhans beratend bei der Aufstellung begleitet. Der originale Sandsteinsockel wurde durch einen leichteren Holzsockel ersetzt, um das Gewicht für den Standort anzupassen. In Verbindung mit dieser Skulptur fand auch eine kleine Ausstellung zu Ehren von Nelly Sachs statt, welche Einblicke in ihr Leben und Wirken gab.
