Bürgerbrunnen

Brunnen; Skulptur; Relief

Künstler: Bonifatius Stirnberg

Jahr: 1988

Was erzählt dieser Brunnen über die Geschichte von Lippstadt? Der Brunnen von Bonifatius Stirnberg inszeniert Lippstadts Vergangenheit mitten in der Stadt: Aus einer großen Lippischen Rose, die seit der Stadtgründung im Stadtwappen erscheint, strömt Wasser kaskadenartig über mehrere Ebenen in das Becken. Rund um dieses Wasserspiel gruppieren sich neun bewegliche Bronzefiguren – ein Stadtgründer (Bernhard II. zur Lippe), Friedrich der Große, Bürgermeister Friedrich Bertram, die Landesherrin Amalie Elisabeth, der Reformator Johannes Westermann, die Romanfigur Simplizius Simplizissimus, sowie Kaufmann, Bäuerin und Gerber für die städtischen Stände. Ihre Köpfe, Arme und Hände lassen sich drehen und neigen und laden zur Interaktion ein. Der Name „Bürgerbrunnen“ verweist zugleich auf die Finanzierung: Das Werk entstand Mitte der 1980er Jahre anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums und wurde vollständig aus Spenden der Bürgerschaft getragen. Zugleich zeigt die Auswahl der Figuren, wie Geschichte hier stark über Herrscher, Honoratioren und „typische“ Stände erzählt wird. Die reflektierende Frage, wer als Bürger*in sichtbar wird und wer unsichtbar bleibt, begleitet deshalb die heutige Betrachtung dieses spielerischen Brunnens.