Alltagsmenschen

Skulptur

Künstler: Christel Lechner

Jahr: 2013

Die Skulpturengruppe der Künstlerin Christel Lechner zeigt eine alltägliche Szene mit drei lebensgroßen Figuren: Mann, Frau und Kind. Sie stehen auf einer Verkehrsinsel in der Bochumer Straße und blicken in unterschiedliche Richtungen. Der Mann mit der Kappe steht mit verschränkten Armen leicht abseits und schaut direkt auf das Gebäude des Wohnungsvereins Herne. Die Frau an seiner Seite hält zwei Einkaufstaschen mit dem Logo und Schriftzug des Wohnungsvereins, doch ihr Blick geht in eine andere Richtung. Das kleine Mädchen scheint sich nach links zu bewegen, als wolle es sich von der Mutter losreißen. Die Figuren wirken durch ihr Lächeln zufrieden und nahbar. Eine weitere Skulptur der Künstlerin steht wenige Meter weiter im Inneren des Wohnungsvereins. Dieser war Auftraggeber der Skulpturengruppe, was den Schriftzug auf den Taschen und die Ausrichtung der Figuren erklärt. Die Szene wirkt wie eine Momentaufnahme des städtischen Lebens, deren Bedeutung offen bleibt: Sind die drei eine Familie oder begegnen sie sich nur zufällig auf der Straße? Diese Unklarheit macht die Skulpturengruppe besonders spannend, denn sie lädt Betrachtende dazu ein, eigene Geschichten und Beziehungen in die Darstellung hineinzulesen. Lechner arbeitet mit Beton, einem Material, das sowohl Stabilität als auch Detailgenauigkeit ermöglicht. Der grobe Werkstoff steht dabei im Kontrast zur natürlichen Lebendigkeit der Darstellung. Ihre Figuren wirken aus der Ferne täuschend echt, fast wie Menschen aus der Nachbarschaft, die in einen kurzen Dialog vertieft sind. Der Titel „Alltagsmenschen“ unterstreicht diesen Gedanken – hier werden keine idealisierten Porträts geschaffen, sondern gewöhnliche Menschen in typischen Situationen ins Zentrum der Wahrnehmung gerückt.