Kommen und Gehen
Künstler: Eberhard Linke
Jahr: 1991-2000 (?)
Die Skulptur "Kommen und Gehen" von Eberhard Linke, ein Werk aus Bronze mit den Maßen 0,685 m Höhe und 0,99 m Breite, ist Teil eines künstlerischen Ensembles am Gerichtsplatz in Dortmund. Sie befindet sich auf der Balustrade des Treppenaufgangs zur Staatsanwaltschaft und stellt drei fragmentierte Beine dar, die symbolisch den steten Fluss der Menschen innerhalb dieser Institution repräsentieren. Die rissige Oberfläche der Skulptur spiegelt Linkes charakteristische Technik wider und fügt sich nahtlos in die axiale Anordnung seiner anderen Werke neben dem Amtsgericht ein. Diese Bronzeskulpturen wurden im Jahr 2000 installiert und umfassen neben "Kommen und Gehen" auch die zentrale Figurengruppe "Dortmunder Annäherung" (1997/98) sowie das Werk "Janus" (1991-2000). Die überlebensgroßen Stelen der "Dortmunder Annäherung" reduzieren den menschlichen Körper auf seine Grundformen; manche Partien wie Arme oder Gesichter sind erkennbar, während andere nur schemenhaft angedeutet werden. Eine längs zweigeteilte Figur zieht dabei besonders die Aufmerksamkeit auf sich. Linkes Schaffensprozess beginnt mit Tonmodellen, deren Fugen und Einschnitte nicht nur für den Brennvorgang notwendig sind, sondern auch als formale Elemente in das Endprodukt aus Bronze eingehen. Diese Methode verleiht seinen Figuren eine gespaltene Optik: einerseits zeigen sie verschiedene existentielle Zustände des Menschen, andererseits wirken sie durch ihre langgezogene Form dynamisch und fast heroisch. Je nach Blickwinkel eröffnen sich unterschiedliche Interpretationen: frontal betrachtet erscheint eine geteilte Figur; aus seitlicher Perspektive hingegen scheinen zwei Personen nebeneinander zu gehen. Dies fordert zum Umrunden und perspektivischen Erfassen heraus. Als Teil eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des Platzes entstanden neben diesen Hauptwerken weitere kleinformatige Arbeiten Linkes. Das Werk "Janus", benannt nach dem römischen Gott mit zwei Gesichtern, zeigt einen doppelgesichtigen Kopf auf einer Betonsäule – eine Hommage an antike Darstellungen mit modernem Ausdruck von Polarität zwischen Geschlechtern sowie Vergangenheit und Zukunft.
