Wasserrelief

Wasserrelief

Kunst am Bau Baukunst Brunnen

Künstler: Erich Reusch

Jahr: 1973-1975

Als Brunnen ist dieses Werk heute kaum noch erkennbar – und doch floss hier über den Platz mal Wasser. Kannst du erkennen, wo das Wasser herkam? Erich Reuschs „Wasserrelief“ (1973–1975) ist eine großflächige Bodenskulptur auf dem Forumsplatz der Ruhr-Universität Bochum. Es besteht aus quadratischen Granitplatten, die durch schmale Vertiefungen getrennt sind und ursprünglich Wasserläufe enthielten. Diese Vertiefungen sollten Wasser führen, um für eine Abkühlung zu sorgen und mit dem Plätschern eine akustische Dimension hinzuzufügen. Aufgrund technischer Probleme mit den Wasserleitungen wurde der Wasserfluss jedoch schon kurz nach der Fertigstellung eingestellt. Mit einer Ausdehnung von etwa 26,2 mal 30,2 Metern nimmt das Werk einen bedeutenden Raum auf dem Forumsplatz ein. Die Form des Wasserreliefs besteht aus zwei unterschiedlich großen, rechtwinklig angeordneten Rechtecken, die eine offene, am Amphitheater orientierte Fläche bilden. Die horizontale Anordnung und die modulare Rasterung korrespondieren mit der umliegenden Architektur der Universität, die durch eine klare Achsen- und Rasterstruktur geprägt ist. Das Werk integriert sich harmonisch in seine Umgebung, ohne sich ganz darin aufzulösen, und betont durch seine abgestuften Seiten das natürliche Gefälle des Geländes. Durch das Begehen und Überqueren des Wasserreliefs wird die Wahrnehmung des Raumes sensibilisiert: Die einzelnen Granitplatten und die früheren Wasserläufe strukturieren die Bewegung und schaffen ein dynamisches Raumerlebnis. Obwohl das Wasser heute fehlt, erfüllt das Wasserrelief weiterhin seine Funktion als Begegnungs- und Kommunikationsort, besonders im Sommer, wenn die Stufen als Sitzgelegenheiten genutzt werden. Reuschs Konzept einer „Nähe zum Benutzer“ und die Betonung eines raumprägenden Maßstabs für den Menschen bleiben auch ohne die Wasserfunktion erhalten. Der Titel „Wasserrelief“ verweist auf die ursprüngliche Integration von Wasser als Gestaltungselement, das die Verbindung von Kunst, Architektur und Natur verdeutlicht.