Leere Menge
Künstler: Ernst Egon Oslender
Jahr: 1980
Das plastische Ensemble "Leere Menge" von Ernst Egon Oslender, einst vollständig in der Nähe der Mensa am Campus Nord der TU in Dortmund-Barop präsentiert, ist heute leider nicht mehr komplett. Die Skulptur setzt sich aus drei Granitfindlingen zusammen, die durch gezielte Schnitte bearbeitet wurden. Der erste Findling ist 1,10 m hoch und 1,05 m breit und eingeschnitten. Der zweite Findling ist 0,50 m hoch und 0,75 m breit und durchgeschnitten. Der dritte Findling ist 0,25 m hoch und 0,70 m breit und hat eine abgeschnittene Form; der dritte Findling fehlt jedoch. Diese Findlinge scheinen beinahe zufällig platziert zu sein und heben sich kaum von anderen Steinen am Rand des Areals ab. Ernst Egon Oslender war zum Zeitpunkt der Entstehung im Jahr 1980 als Kustos im Schleifmuseum „Balkhauser Kotten“ tätig. Der studierte Philosoph hat mit seiner künstlerischen Intervention den natürlichen Charakter der Steine bewahrt und zugleich verfremdet. Sein Ansatz reflektiert möglicherweise seine philosophische Auseinandersetzung mit Naturmaterialien und deren Transformation durch menschliche Einwirkung. Die Arbeit zeugt von einer minimalistischen Ästhetik: Durch das Wegnehmen von Material entsteht paradoxerweise die "Leere Menge", ein Begriff aus der Mathematik für eine Menge ohne Elemente. In diesem Kontext könnte sie als Metapher für Abwesenheit oder Verlust interpretiert werden – verstärkt durch das Fehlen eines Teils des Werks selbst. Geboren wurde Oslender im Jahr 1928; er verstarb 2015 und hinterließ mit dieser fragmentarischen Installation einen Teil seines künstlerischen Vermächtnisses.
