Waterloo
Künstler: Frances Scholz
Jahr: 2009
Das monumentale Wandbild "Waterloo" von Frances Scholz, einer in Deutschland lebenden US-amerikanischen Künstlerin, ist eine beeindruckende Präsenz im Foyer des Orchesterzentrums NRW in Dortmund. Geschaffen wurde das Werk 2009 als Teil des Projekts „Kunst und Bau“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit fast 9,00 m Höhe und 26,00 m Breite erstreckt sich die abstrakte Komposition über zwei Wände und fügt sich nahtlos in den architektonischen Kontext ein. Die Arbeit ist geprägt durch ein mehrfach überlagertes Lilienmotiv, inspiriert von einem Scherenschnitt Philipp Otto Runges, welches die Schlachtenordnung der historischen Begebenheit Waterloo symbolisiert. Die weißen Formen auf blauem Grund erzeugen dabei eine florale Anmutung und lassen Raum für Interpretationen offen. Scholz' künstlerische Herangehensweise wurzelt in der monochromen Farbfeldmalerei und zeichnet sich durch das Spiel mit Fläche, Farbe und Untergrund aus. Das Motiv dient nicht als direkte Illustration der Schlacht von Waterloo; vielmehr nutzt sie dieses historische Ereignis als gedanklichen Ausgangspunkt zur Entwicklung ihrer eigenen Bildsprache. Die Malerei verzichtet bewusst auf narrative Elemente zugunsten einer Reduktion auf das Wesentliche – Form, Farbe und Raumwirkung treten in den Vordergrund. Durch diese Abstraktion entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Betrachtenden und dem Kunstwerk, welches zu Reflexion anregt. "Waterloo" geht über eine zweidimensionale Darstellung hinaus: Es setzt sich um Ecken fort und fließt förmlich in den dreidimensionalen Raum hinein. Dies lädt dazu ein, das Werk aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und löst somit die passiv kontemplative Rolle des Betrachtenden auf. In Verbindung mit dem Ort seiner Präsentation – einem Zentrum für musikalische Aufführungen – ergibt sich zudem eine dynamische Korrelation zwischen visueller Kunst und Musikalität. So wird "Waterloo" zu einem integralen Bestandteil sowohl des Raumes als auch der Erfahrung darin.
