Röhrenlandschaft

Röhrenlandschaft

Plastik

Künstler: Friedrich Gräsel

Jahr: 1969

Die "Röhrenlandschaft" von Friedrich Gräsel ist eine Plastik, die 1969 im Rahmen der "Euroflor" entstand und sich durch ihre industriellen Materialien und Formen auszeichnet. Die Installation besteht aus fünf symmetrischen Elementen, die jeweils etwa 2,70 m hoch sind und auf einer Achse hintereinander angeordnet wurden. Diese Skulpturengruppe wurde speziell für den Westfalenpark in Dortmunds Innenstadt-Ost konzipiert und sollte mit der dahinterliegenden Industrielandschaft korrespondieren. Gräsel nutzte industriell gefertigte Eternitröhren aus Asbest mit einem Durchmesser von 0,67 m, die er rot färbte, um ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das sowohl als Einheit als auch in seinen einzelnen Teilen wahrgenommen werden kann. Die Arbeit interagiert intensiv mit dem umgebenden Raum und reflektiert so die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets. Die Röhrenelemente sind abgewinkelt und ineinander verlaufend gestaltet; sie repräsentieren zerlegte Teile eines Würfels, der gedanklich rekonstruiert werden kann. Dieses Konzept folgt einem modularen System basierend auf dem standardisierten Durchmesser der Röhren. Obwohl eine identische Farbgebung zwischen den Röhrenelementen und den Hochofenröhren des Phönix-Stahlwerks geplant war, wurde dies nicht realisiert. Dennoch bleibt die ästhetische Verbindung zur Industrie charakteristisch für Gräsels Schaffen. Nach einer Neuaufstellung im Jahr 1983 ging der direkte Bezug zum ursprünglichen Standort verloren. Trotzdem fordert das Werk weiterhin zur Interaktion auf: Es lädt Betrachtende dazu ein, eigene Perspektiven zu erkunden und das Kunstwerk aktiv zu erleben. Monogrammiert ist es mit "FG 69", was neben dem Entstehungsjahr auch auf den Künstler hinweist – Friedrich Gräsel (*1927 - †2013).