Steinerner Turm
Künstler: Friedrich Kullrich
Jahr: 1400-1499 (?)
Der Steinerne Turm in Dortmund, ein Denkmal aus Sandstein und Ziegel, diente im Mittelalter als Teil des städtischen Kontroll- und Verteidigungssystems. Eventuell hat dieser Turm aber auch schon Vorgänger in der Römerzeit. Mit einer Höhe von etwa 10,00 m bot er vom südlichen Stadtrand aus einen weitreichenden Blick über die Feldmark bis zu den das Ruhrtal umschließenden Bergen. Ursprünglich war der Zugang zum Turm nur über eine Leiter durch eine Tür in rund 4,00 m Höhe möglich – ein Hinweis auf seine strategische Funktion als Wachturm. Im Laufe seiner Geschichte musste der Turm mehrfach instand gesetzt werden, insbesondere nachdem er während der Soester Fehde im Jahr 1448 ausgebrannt war. Nach einem feindlichen Angriff wurde er mit einem zusätzlichen Ring aus Ziegeln verstärkt und mit Schießscharten versehen. Im 17. und 18. Jahrhundert folgten weitere Reparaturen. 1887 ging das Bauwerk in städtischen Besitz über und erlebte eine Transformation zum Aussichtsturm, inklusive einer steinernen Außentreppe für Besucher:innen. Die Rekonstruktion des historischen Zustands erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts unter Leitung von Stadtbaurat Friedrich Kullrich gemäß den Empfehlungen des Landeskonservators: Der moderne Überbau wurde entfernt, ein weiteres Stockwerk sowie ein kegelförmiges Schieferdach ergänzt. Die Wetterfahne ziert die Figur des Heiligen Reinoldus, dem Schutzpatron Dortmunds, hoch zu Ross – ein symbolträchtiger Verweis auf die Stadtgeschichte. Am 22. April 1900 fand die feierliche Eröffnung statt; eine Inschrift dokumentiert sowohl die historische Bedeutung als auch die Restaurierungsbemühungen durch den Verschönerungsverein Dortmund: "Dieser Turm ist als Wachturm der Freien und Reichstadt Dortmund im 14. Jahrhundert erbaut. In der Soester Fehde brannten die Feinde Dortmund, darunter die Reiter der Städte Hamm, Kamen, Unna Iserlohn, 1446 am 25. Juni den Turm ab und versuchten, ihn niederzulegen. Die Dortmunder aber unterfingen den Turm mit Hast und umgaben ihn mit einem starken Mantel aus Ziegelsteinen, auf daß man sehe, daß sie in der Stadt noch lebeten. Dieser Turm ist in seiner jetzigen Gestalt wiederhergestellt vom Verschönerungsverin Dortmund.".
