Shoah-Mahnmal

Mahnmal

Künstler: G & V Design

Jahr: 2010

Das Shoah-Mahnmal in Herne erinnert an die jüdischen Bürger*innen aus Herne und Wanne-Eickel, die während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden. 2010 wurde es auf dem Willi-Pohlmann-Platz installiert. Der Weg zum Denkmal führt über eine leicht ansteigende Rampe aus dunklem Beton, die den mühsamen Prozess des Erinnerns und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit versinnbildlicht. Am Ende der Rampe steht ein heller, rechteckiger Gedenkstein, in den 401 Glas-Okulare eingelassen sind. Jedes Okular trägt die Namen, Geburts- und Todesdaten sowie die Todesorte eines Opfers. Die Namen sind erst aus nächster Nähe lesbar – eine bewusste Entscheidung, die das individuelle Gedenken betont und das anonyme Massenschicksal auflöst. In die Rampe selbst sind die Namen von Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern eingraviert, in die die jüdischen Mitbürger*innen aus Herne und Wanne-Eickel verschleppt wurden. Eine Inschrift am Eingang der Rampe mahnt auf Hebräisch und Deutsch: „Gedenke 1933–1945“. Das Mahnmal wurde nach seiner Einweihung mehrfach Ziel von Vandalismus. Im Jahr 2020 wurde es daher um massive, verschiebbare Tore ergänzt. Diese schützten nicht nur die Okulare vor Zerstörung, sondern erweitern das Denkmal um eine künstlerische Ebene: In die Tore sind Gravuren eingearbeitet, die historische Orte jüdischen Lebens in Herne darstellen und so die Erinnerungskultur der Stadt weitertragen. Diese Tore sind seit 2025 dauerhaft geöffnet, sodass das Werk nun wieder vollständig zu sehen ist. Das Mahnmal steht im Zentrum eines städtischen Erinnerungskonzepts. An verschiedenen Orten in Herne und Wanne-Eickel wurden Gedenktafeln aufgestellt, die spezifische Schicksale jüdischer Familien und Einzelpersonen dokumentieren. Gemeinsam mit dem Mahnmal bilden sie eine eindringliche Mahnung gegen das Vergessen – und eine Einladung, sich mit der Geschichte der Stadt kritisch auseinanderzusetzen.