Merkur

SkulpturBaukunst

Künstler: Georg Friedrich Hartje

Jahr: 1955-1960 (?)

Die Skulptur "Merkur" von Georg Friedrich Hartje, entstanden um 1955, ist eine markante Bronzeplastik in der Dortmunder Innenstadt-Nord. Diese hohle Maske mit einer Höhe von etwa 0,50 m und einer Breite von ca. 0,40 m zeigt den Kopf eines Jünglings mit einem geflügelten Helm - ein Attribut des antiken Götterboten Hermes bzw. des römischen Mercurius. Der Gesichtsausdruck wirkt neutral bis positiv und die dunkelgrüne Farbe unterstreicht das klassische Motiv. Hartjes Werk zeichnet sich durch seine strenge Frontalansicht aus und verzichtet auf Körper, Gliedmaßen oder weitere Attribute. Ursprünglich als Symbol des Handels konzipiert, zierte diese Skulptur einst wichtige Handelsorte wie die Viehbörse und den Schlachthof Dortmunds. Im Gegensatz zu dynamischeren Darstellungen wie Giovanni da Bolognas "Merkur" im Louvre strahlt Hartjes Interpretation eine fast stoische Ruhe aus. Diese Ruhe bildet einen interessanten Kontrast zur heutigen Nutzung des Gebäudes als Musikschule. Die Reduktion auf den Kopf mit dem charakteristischen Helm macht das Kunstwerk zu einem zeitlosen Zeugnis sowohl der antiken Mythologie als auch der modernen städtischen Geschichte Dortmunds.