Reliefdarstellungen der Arbeit
Künstler: Georg Friedrich Hartje
Jahr: 1938
Das Finanzamt an der Märkischen Straße in Dortmund, erbaut im Jahr 1938, schmückt sich mit zwei eindrucksvollen Reliefs aus grünlichem Anröchter Dolomit. Diese Kunstwerke, jeweils 1,40 m hoch und 1,00 m breit, flankieren das Hauptportal und sind Werke des Künstlers Georg Friedrich Hartje (*1900), wie die Signatur "Hartje" auf dem linken Relief unten rechts verrät. Die Reliefs illustrieren die damaligen Haupterwerbszweige Dortmunds: Bergbau und Stahlindustrie. Auf der linken Tafel ist ein Bergmann zu sehen, der in einem engen Stollen Kohle abbaut, während eine andere Figur die abgebaute Kohle mühsam in einer Lore an die Oberfläche befördert. Das Pendant auf der rechten Seite zeigt zwei Stahlarbeiter bei der Montage einer schweren Stahlkonstruktion; einer positioniert einen U-förmigen Träger, während sein Kollege Muttern festzieht. Diese idealisierten Szenarien von körperlicher Arbeit unterstreichen nicht nur den industriellen Charakter der Stadt sondern auch den Geist des Schaffens und Bauens jener Zeit. Obwohl Dortmund ebenfalls als Bierstadt bekannt ist, findet sich kein entsprechendes Motiv an diesem Gebäude wieder. Die Reliefs stehen somit als steinerne Zeugen für Aspekte städtischer Identität und Geschichte. Oberhalb des Eingangs hängt noch das Relief eines Adlers aus Anröchter Dolomit, wobei das Hakenkreuz aus seinen Krallen herausgemeißelt wurde.
