Wisent
Künstler: Georg Friedrich Hartje
Jahr: 1957
Im Schatten des Dortmunder Fernsehturms Florian erhebt sich auf einem gemauerten Ruhrsandsteinsockel die imposante 1,65 m hohe und 2,43 m breite Bronzeskulptur eines Wisents. Geschaffen 1957 von Georg Friedrich Hartje, als eines der ersten Kunstwerke ziert sie den Westfalenpark seit dessen Eröffnung anlässlich der Bundesgartenschau im Jahr 1959. Die Skulptur zeichnet sich durch ihre kubisch stilisierte Formgebung aus; mit gebeugtem Haupt und breitem Nacken suggeriert das Tier eine Angriffsbereitschaft. Die massige Körperlichkeit und spitzen Hörner verleihen dem Werk trotz seiner friedlichen Natur eine bedrohliche Präsenz – ein eindrucksvoller Kontrast zu seiner tatsächlichen Bedrohung durch menschliches Handeln, welches das größte Landsäugetier Europas beinahe zum Aussterben brachte. Hartjes Darstellung betont die monumentale Statur des Wisents durch vereinfachte Formen und sanfte Linienführung. Der gesenkte Kopf formt dabei eine bogenähnliche Silhouette, die zwischen urbaner Umgebung und natürlicher Erscheinung changiert – ein stilles Mahnmal für den Artenschutz. Ein zweiter Abguss dieser Skulptur befindet sich ohne Sockel in Rendsburg, wo er ebenerdig auf einer Wiese platziert ist. Ursprünglich stand das Dortmunder Exemplar an der Graf-Konrad-Grundschule in Dortmund-Eving als Eigentum des Schulamts. Nachdem es jedoch nicht zurückkehrte, sondern dauerhaft im Park verblieb, wurde der Schule stattdessen im Frühjahr 1961 eine Bronzegruppe von Wildschweinen (Keiler und Bache) von Georg Hartje als Ersatz überreicht.
