Säulenwand

Plastik

Künstler: Gerlinde Beck

Jahr: 1969-1978 (?)

Die Plastik "Säulenwand" von Gerlinde Beck, geschaffen im Jahr 1969 und platziert im Park des Baukunstarchivs in Dortmund-Mitte, ist ein eindrucksvolles Beispiel für abstrakte Kunst im öffentlichen Raum. Mit einer Höhe von 3,29 m und einer Breite von 3,10 m besteht das Werk aus sechs gleich großen Edelstahlröhren aus Chromnickel-Stahl. Diese übermannshohen Säulen sind nebeneinander angeordnet und weisen unterschiedliche Ausschnitte in Bogen- oder Kreisform auf. Die Innenseiten der Röhren sind mit roter Lackfarbe versehen, was dem Betrachtenden bei Umkreisung des Werks immer wieder neue visuelle Eindrücke bietet. Die dritte Säule von links ist längs aufgeschnitten und enthält eine schwarze Röhre mit weiteren Öffnungen, die eine abstrakt-geometrische Formensprache erzeugt. Becks Schaffensprozess an diesen sogenannten "Mantelfiguren" begann Ende der 1960er Jahre. Ursprünglich bestanden ihre Stelen aus rechteckigen Edelstahlquadern; später entwickelte sie durchgehende Säulenstrukturen mit teils aufgeschnittenen Elementen. Ihre Arbeiten beziehen sich oft auf Oskar Schlemmer vom Bauhaus und betrachten Abstraktion als eine Erweiterung der Natur. In diesem Kunstwerk werden Gegensätze wie "Innen und Außen" sowie "Licht und Schatten" thematisiert. Zudem lässt die Anordnung Assoziationen zu menschlichen Figuren zu – ein Spiel zwischen Wahrnehmung und Formgebung. Die "Säulenwand" lädt dazu ein, umschritten zu werden, um so die Vielfalt an Farb- und Formelementen vollständig erfassen zu können.