Falkner

SkulpturBaukunst

Künstler: Gottfried Lederer

Jahr: 1950-1951 (?)

Die Skulptur "Falkner" von Gottfried Lederer, geschaffen im Jahr 1950, ist eine beeindruckende Bronzearbeit, die seit 1951 das Stadtbild in Dortmunds Innenstadt-West prägt. Mit einer Höhe von etwa 2,00 m thront sie auf einer Konsole am Eckhaus Westenhellweg 2 und richtet ihren Blick zur Reinoldikirche. Die Darstellung eines athletischen Männeraktes, bekleidet lediglich mit einem herabfallenden Überwurf, zeugt von einer strengen Körperauffassung. Der wellige Haarschopf des Falkners und sein konzentrierter Ausdruck verleihen der Figur Intensität, während seine statische Haltung Dominanz ausstrahlt. In seiner rechten Hand hält er einen unbewegt wirkenden Falken – ein Detail, das möglicherweise auf den Familiennamen des Auftraggebers oder Käufers Hans Falke anspielt. Die muskulöse Gestaltung und die starre Pose der Figur lassen Assoziationen zur Kunstideologie der NS-Zeit zu; es bleibt offen, ob die Skulptur eventuell älter ist oder für einen anderen Standort vorgesehen war. Gottfried Lederer (1880-1969), gebürtig aus Dingolfing und langjähriger Dortmunder Bürger bis zu seinem Tod, setzte sich in seinen Werken häufig mit Themen wie dem Stahlarbeiter und dem Bergmann auseinander. Seine Teilnahme an der "Großen Westfälischen Kunstausstellung" unterstreicht seine Bedeutung in der regionalen Kunstszene. Der "Falkner" steht somit nicht nur als künstlerisches Werk im öffentlichen Raum, sondern auch als Zeugnis für die Auseinandersetzung eines Künstlers mit seiner Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.