Auftauchen oder Versinken

Kunst am Bau

Künstler: Günther Zins

Jahr: 2012

Verschwindet dieser Würfel oder erscheint er gerade? Je nach Blickrichtung ergibt sich eine andere Bewegungsabfolge der vierteiligen Installation von Günther Zins. Vier Würfel aus schlanken Edelstahlstäben sind vertikal an der Rückseite der ehemaligen Maschinenhalle der Künstlerzeche Unser Fritz angeordnet. Während der oberste Kubus vollständig vor der Backsteinfassade sichtbar ist, scheinen die darunterliegenden Formen Schritt für Schritt in die Mauer einzutauchen, bis vom untersten Würfel am Boden nur noch eine Ecke übrigbleibt. Die linearen, fast zeichnerisch wirkenden Strukturen lassen die geometrischen Körper wie in Bewegung erscheinen, als würden sie aus der Architektur herauswachsen oder in sie versinken. Das Werk aus dem Jahr 2012 misst rund 500 × 300 × 300 cm und spielt auf faszinierende Weise mit der Wahrnehmung der Betrachtenden. Die feinen Edelstahlkanten erscheinen filigran vor dem massiven Ziegelmauerwerk. Dadurch entstehen Illusionen von Masse, Bewegung und zeitlicher Abfolge. Jeder Würfel markiert ein Stadium zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Zins versteht es, mit einfachen geometrischen Grundformen wie Würfeln, Linien oder Rahmen komplexe Phänomene sichtbar zu machen. Auch Auftauchen oder Versinken demonstriert diese Handschrift: Linien statt Flächen, Volumen ohne Masse, Stabilität und Leichtigkeit zugleich. So schafft Zins eine Skulptur, die keinen abgeschlossenen Körper präsentiert, sondern eine offene Bewegung zeigt. Eine Einladung an das Auge, den Raum neu zu denken.