Herner Ronden

Skulptur

Künstler: Heinz-Günter Prager

Jahr: 2004

Auf dem Herner Rathausvorplatz verteilen sich auf einer dreieckig markierten Bodenfläche sieben massive Scheiben aus Cortenstahl. Sie haben je einen Durchmesser von 60 bis 160 cm. Sechs von ihnen stehen leicht geneigt, während eine Scheibe flach auf dem Boden ruht. Die Anordnung vermittelt den Eindruck von Bewegung und Gleichgewicht zugleich – als könnten die Scheiben jederzeit kippen oder sich weiterdrehen. Der Einsatz von Cortenstahl verstärkt diesen Effekt: Seine rostige Patina verändert sich mit der Witterung und macht den Einfluss der Zeit sichtbar. Die Oberfläche bleibt rau und lebendig, wodurch sich das Kunstwerk in seine Umgebung einfügt. Trotz ihrer Schwere wirken die Formen fast spielerisch, als seien sie zufällig im Raum verteilt. Gleichzeitig folgen sie einer klaren, konzeptionellen Ordnung, die den Stadtraum gliedert, ohne ihn zu dominieren. Der Begriff „Ronden“ stammt aus der Geometrie und bezeichnet flache, zylindrische Körper mit einem Durchmesser, der deutlich größer ist als ihre Höhe. Mit ihrer archaischen Formensprache und industriellen Materialität greifen die „Herner Ronden“ die Geschichte des Ruhrgebiets auf. Sie stehen für Kraft und Wandel – ein stiller Verweis auf die Dynamik der Region.