Migration
Migration
Installation BaukunstKünstler: Helmut Bettenhausen
Jahr: 2007
Ein Bunker wird zum Kunstwerk: Helmut Bettenhausen transformierte einen ehemaligen Luftschutzbunker der Schachtanlage Unser Fritz V am Cranger Kirmesplatz in ein symbolisch aufgeladenes Objekt. Auf den beiden kuppelförmigen Dachabschlüssen des massiven Betonbaus montierte Bettenhausen 2007 ein Kreuz und einen Halbmond aus Stahlblech, wodurch die an Sakralarchitektur erinnernde Form des Bunkers bewusst akzentuiert wird. Die Installation markiert den Ort als Erinnerungsraum der Arbeitsmigration im Ruhrgebiet und nimmt die Schutzfunktion des Bunkers als Symbol für kulturelle und religiöse Koexistenz auf. Der unverkleidete, verwitterte Beton bleibt mit Rissen, Spuren und zugemauerter Öffnung sichtbar. Die Wahl der Kuppelform als Träger verweist auf Sakralbauten, doch die fehlende Zugänglichkeit und die Geschichte des Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg brechen die Erwartung einer religiösen Innenraumerfahrung. Historisch erinnert die Arbeit an mehrere Migrationswellen, wie die Zuwanderung vorwiegend katholischer Arbeitskräfte aus den preußischen Ostprovinzen im späten 19. Jahrhundert und die seit den 1960er Jahren in großer Zahl angeworbenen muslimischen Arbeitskräfte, insbesondere aus der Türkei. In diesem Werk wird Migration als dauerhafte Konstante regionaler Transformation und als sichtbarer Appell zum friedlichen Zusammenleben präsentiert.
