Berliner Meilenstein
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 1975 (?)
Dieses Relief aus Stein, ein Berliner Meilenstein mit den Maßen von etwa 1,09 m bis 1,27 m in der Höhe und circa 0,89 m in der Breite, ist ein historisches Zeugnis des Kalten Krieges. Mit dem Wappentier Berlins – einem Bären – und der Inschrift „Berlin 472 km“ fungiert es als Mahnmal für die geteilte Stadt und das Land. Das Kuratorium Unteilbares Deutschland initiierte diese Steine als Aufruf zur deutschen Wiedervereinigung. Der erste dieser Meilensteine wurde im Jahr 1954 von Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht. Ursprünglich vom Bildhauer Reneé Sintenis als verspieltes Jungtier gestaltet, entwickelte sich die Darstellung des Berliner Bären über die Jahre hinweg zu einer ernsteren und naturalistischeren Form. Der aufrecht nach links schreitende Bär auf dem Dortmunder Exemplar orientiert sich am offiziellen Stadtwappen Berlins mit geöffnetem Maul und erhobenen Vordertatzen. Die spitze obere Kante des Reliefs deutet dabei symbolisch in Richtung Berlin. Diese Meilensteine sind keine Unikate; sie wurden vielmehr durch Bundesmittel finanziert und verschiedenen Städten bereitgestellt. So teilt sich das Dortmunder Modell sein Design mit Varianten in Mainz und Bingen, wobei lediglich die Kilometerangabe variiert. Diese Angaben beziehen sich alle auf den Dönhoff-Platz in Berlin, wo seit 1730 der steinerne Obelisk "Meile 0" steht – Ausgangspunkt aller preußischen Meilensteine. Geschaffen um das Jahr 1975 herum, bleibt der Urheber dieses speziellen Kunstwerks anonym; es steht heute am Ostwall neben dem Adlerturm in Dortmund-Mitte.
