Denkmal für die Märzgefallenen

MahnmalGedenkstein

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1929

Das Mahnmal "Denkmal für die Märzgefallenen" auf dem Nordfriedhof in Dortmund-Eving wurde 1929 von der KPD als Gedenkstätte errichtet. Es besteht aus Sandstein, misst 1,50 m in der Höhe und erstreckt sich über eine Breite von 2,80 m. Die Symbolik des Hammers und der Sichel prägt das Denkmal, welches an zwölf Arbeiter erinnert, die am 17. März 1920 während politischer Auseinandersetzungen erschossen wurden. Eine Inschrift verkündet den Willen zur Vollendung ihres Werkes: „WIR WERDEN EUER WERK VOLLENDEN GEWIDMET V. D./ K.P.D.“. Trotz Überwucherung durch Sträucher hat das Monument die Zeit des Nationalsozialismus überstanden und wurde nach seiner Wiederentdeckung im Jahr 1945 restauriert. Ähnliche Denkmäler entstanden auch in anderen Teilen Deutschlands während der Weimarer Republik; eines davon war das bekannte Werk von Walter Gropius in Weimar. Eine Informationstafel vor Ort liefert historischen Kontext zum Kapp-Lüttwitz-Putsch und dessen Folgen für Dortmund sowie Details zu den Ereignissen um den Generalstreik und die anschließenden Straßenkämpfe und nennt außerdem die Namen und Berufe der gefallenen Arbeiter: "Stadt Dortmund / Friedhöfe Dortmund"; "Denkmal für die 'März Gefallenen'. Am 13. März 1920 putschten rechtsradikale Truppenteile und Freikorps gegen die Reichsregierung in Berlin (Kapp-Lüttwitz-Putsch) und ernannten Wolfgang Kapp zum Reichskanzler. Die sozialdemokratischen Minister der noch jungen Weimarer-Republik flohen daraufhin nach Stuttgart und riefen zum Generalstreik auf, da die Reichswehr nicht bereit war, gegen die Putschisten vorzugehen. ('Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr.') Dieser Generalstreik wurde von einer sehr großen Zahl von Arbeitern, Angestellten und Beamten befolgt, so dass der Putsch schon am 17. März gescheitert war. Da aber bereits am Montag, dem 15. März, eine Abteilung des für Gewaltexzesse bekannten Freikorps Lichtschlag mit schwarz-rot-weißen Fahnen am Dortmunder Hauptbahnhof eingetroffen war, demonstrierten viele streikende Arbeiter dagegen. Vor dem Stadthaus kam es am selben Tag zu einer Schießerei mit den ersten sechs Toten. Zwei Tage später starben weitere zwölf Arbeiter bei Straßenkämpfen, von denen Elf unter einer großen Beteiligung der Bevölkerung auf diesem Friedhof vor dem später errichteten Denkmal beigesetzt wurden. Ein toter Arbeiter wurde an anderer Stelle in einer Erbgruft beigesetzt. Das triptychonartig gestaltete Denkmal wurde 1929 von der Dortmunder KPD errichtet, zur Heroisierung in einer Zeit erneuter heftiger Straßenkämpfe, vor allem zwischen KPD-Anhängern und der SA. Namen und Berufe der gefallenen Arbeiter: Humpert, Kaspar, Walzmeister; Grubba, Alep, Eisenwerkarbeiter; Haase, Heinrich, Arbeiter; Uthing, Hermann, Arbeiter; Mielke, Max, Lehrhauer; Aetenscheir, Hermann, Arbeiter; Kniese, August, Schneider; Zürn, Friedrich, Schlosser; Hutzler, Leonhard, Dreher; Wiechmann, Wilhelm, Dreher; Soetebier, Heinrich, Schlosser".