Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks am 22.5.1898
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 1898
Dieses schwarze Marmorehrenmal in Dortmund-Marten dient als Mahnmal für die bei einem Grubenunglück am 22. Mai 1898 verstorbenen Bergleute der Zeche Zollern I/III. Der etwa 3,50 m hohe Obelisk steht auf dem Alten Evangelischen Friedhof und zeichnet sich durch seine glatte Oberfläche aus, welche das Licht reflektiert. Nach oben hin verjüngt er sich und ruht auf einem zweistufigen Sockel in Treppenform. Zu sehen ist in dunkelgrauem, rauem Relief Hammer und Schlägel sowie ein Kreuz – Symbole des Bergbaus. Die Inschrift lautet: „Den am 22. Mai 1898 auf Zeche Zollern verunglückten braven Bergleuten gewidmet von der Gelsenkirchener Bergwerks Actien Gesellschaft“. Diese Worte ehren den Gehorsam und Fleiß der Verstorbenen. Der Künstler hinter diesem Werk bleibt unbekannt, doch die schlichte Eleganz des Denkmals spricht für sich. Es wurde im November desselben Jahres errichtet und steht heute symbolisch über einem Massengrab. Interessanterweise wird der Obelisk auch auf dem Katholischen Friedhof in Kirchlinde mit identischer Inschrift verwendet, was die konfessionelle Trennung der Beerdigungen unterstreicht. Historisch gesehen repräsentiert die Form des Obelisken seit Jahrtausenden Macht; hier jedoch wird sie genutzt, um an Arbeiter zu erinnern, die metaphorisch als "Soldaten an der Arbeitsfront" stilisiert werden.
