Flutmodell Heinrichsflut
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: Nicht bekannt
Als am 17. Juli 1965 nach einem Deichbruch in Lipperode die Lippe die nördliche Lippstädter Innenstadt bis zu rund 80 cm hoch überflutete, wurden große Teile der Stadt zerstört. 2013 wurde in Erinnerung an diese Flut ein Modell zur Anschauung geschaffen. Gestiftet von der Familie Jungeblodt lädt es dazu ein, die Auswirkungen von Hochwasser in der Stadt nachzuvollziehen. Auf zwei Dolomitblöcken aus Anröchte liegt eine etwa 700 kg schwere Aluminiumplatte, in die im Lippstädter IDEAL‑Werk ein Relief der Altstadt eingefräst wurde. Wasser kann über die Oberfläche geleitet werden; ein Schieberegler simuliert Pegelstände vom Normalzustand bis zum Höchststand der Flut von 1965. Damit wird Stadtgeschichte zu einer performativen „Vorführung“ von Topografie und Risiko – und zugleich zu einem inklusiven Objekt, weil das Relief auch ertastet werden kann. 1971 wurde der Wasserverband Obere Lippe gegründet, und mit Unterstützung des Landes NRW flossen später rund 50 Mio. Euro in Rückhaltebecken und Renaturierungsmaßnahmen; bis 2025 entstanden 18 Hochwasserrückhaltebecken im Verbandsgebiet. So verbindet das Werk Denkmal, didaktisches Instrument und partizipative Skulptur – eine kleine Bühne, auf der Wasser die Vergangenheit immer wieder neu schreibt.
