Fördergerüste des Bergwerks Zollern II/IV

Industriekunst

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1906 (?)

Die beiden stählernen Fördergerüste auf dem Gelände des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern in Dortmund-Bövinghausen sind markante Beispiele der Industriekunst, die ursprünglich nicht zur Zeche Zollern II/IV gehörten. Nachdem die Originaltürme 1966 abgerissen wurden, errichtete man 1988 zwei äquivalente Bockgerüste aus Gelsenkirchen und Herne an ihrer Stelle. Die Anlage wurde zwischen 1898 und 1904 von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG als Musterwerk unter der Leitung des Architekten Paul Knobbe erbaut. Das dreibeinige Gerüst über Schacht II erstreckt sich mit einer Höhe von 38 Metern empor und war für den Transport von bis zu acht Wagen pro Förderkorb ausgelegt, während das 40 Meter hohe zweibeinige Gerüst über Schacht IV rund 100 Meter entfernt stand und nie funktional genutzt wurde. Über Schacht II wurden mehr als 110 Tonnen Stahl verbaut, um eine Tiefe von bis zu 466 Metern zu erreichen. Der heutige Förderturm von Schacht II stammt aus der Zeche Wilhelmine-Victoria in Gelsenkirchen, wo er seit 1856 im Einsatz war. Das Pendant über dem ehemaligen Schacht IV repräsentiert das Fördergerüst der Zeche Friedrich der Große aus Herne, welches dort seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1902 diente. Diese Rekonstruktionen dienen heute dazu, die industrielle Vergangenheit anschaulich darzustellen und verleihen dem Museumsgelände durch ihre symmetrische Anordnung eine besondere Ästhetik. Die Geschichte dieser beeindruckenden Konstruktionen ist in der Broschüre „Die Fördergerüste der Zeche Zollern II/IV“ nachzulesen.