Gedenkstein für die Kolonie Kirdorf
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 1912
Dieser 1,30 m hohe Gedenkstein aus einem Findling mit einer Bronzetafel steht in Dortmunder-Obereving als Erinnerung an die Errichtung der Kolonie Kirdorf. Die Siedlung wurde in den Jahren 1912 bis 1913 von der Gelsenkirchener Bergbaugesellschaft (GBAG) für die Arbeiter*innen und Angestellten der Zeche Minister Stein erbaut. Das Design der Anlage folgt dem Prinzip einer Gartenstadt, charakterisiert durch eine luftige und begrünte Gestaltung sowie vielfältig gestaltete Fassaden bei Ein- und Mehrfamilienhäusern. Die Kolonie trägt den Namen Emil Kirdorfs (1847-1938), welcher ab 1893 als Generaldirektor die Geschicke der GBAG leitete, bevor diese 1926 in den Vereinigten Stahlwerken aufging. Aufgrund von Kirdorfs aktiver Unterstützung Adolf Hitlers und seinem Beitritt zur NSDAP im Jahr 1934 kam es im Jahr 2009 zu kontroversen Diskussionen über den Namen der Siedlung. Auf der Bronzeplatte des Steins ist schlicht vermerkt: „Kolonie Kirdorf erbaut 1912/13“. Der Gedenkstein dient nicht nur als historisches Marker für die bauliche Vergangenheit Evings, sondern auch als ein stummes Zeugnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um Erinnerungskultur und Namensgebung.
