Genius der Rechtsprechung

Relief

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1905 (?)

Das Relief "Genius der Rechtsprechung" aus dem Jahr 1905 ist ein historisches Zeugnis des ehemaligen Königlichen Amtsgerichts in Hörde. Gefertigt aus Sandstein und auf einem Betonsockel präsentiert, misst das Kunstwerk eine Breite von 0,65 Metern und inklusive Sockel eine Höhe von 1,70 Metern. Es befindet sich seit 1983 in einer Grünanlage eines Wohnblocks in Dortmund-Hörde und dient als Erinnerungsstück an das imposante Gerichtsgebäude, welches dort bis zu seinem Abriss nach der Aufgabe im Jahre 1961 stand. Die Architektur des Amtsgerichts war durch den Stil der Neorenaissance geprägt und zeigte sich mit Giebeln sowie einem Hauptportal mit Rundbogen. Der Bogenabschlussstein dieses Portals ist das besagte Relief, welches symbolträchtige Elemente der Rechtsprechung darstellt: Ein geflügelter Putto hält ein Gesetzbuch und ein Schwert – beides Attribute der Justiz. Das Buch wird zusätzlich durch Paragraphenzeichen und eine Schwurhand hervorgehoben. Der oder die schaffende Künstler*in des Reliefs bleibt unbekannt, doch dessen künstlerische Arbeit vermittelt bis heute einen Eindruck von der Bedeutung und Würde des ehemaligen Gerichtswesens in Hörde. Die detailreiche Ausarbeitung des Steins unterstreicht die handwerkliche Finesse dieser Zeitperiode. Dieses Kunstwerk steht nicht nur für ästhetische Werte, sondern auch für die historische Entwicklung Hördes im ausgehenden 19. Jahrhundert, als die Stadt expandierte und das Gerichtsgebäude erweitert wurde, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.