Hörder Stahlbrammen
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 2001
Die "Hörder Stahlbrammen" sind ein Industriedenkmal am Phoenixsee in Dortmund-Hörde, das an die lokale Stahlerzeugungsgeschichte erinnert. Diese beiden massiven Stahlquader mit einer Höhe von 0,29 m, 0,79 m Breite und 3,90 m Länge wiegen jeweils beeindruckende 8,6 Tonnen. Ihre dunkelbraune Oberfläche weist subtile Rillen auf und dient als Sitzgelegenheit für Besucher:innen. Das Material der Brammen ist Zeugnis des industriellen Erbes; sie wurden aus dem letzten Rohstahl gegossen, bevor das Hörder Oxygenstahlwerk im Jahr 2001 geschlossen wurde. Dieses Werk war bekannt für seine fortschrittliche Technologie und produzierte Halbzeugprodukte durch ein Stranggussverfahren – eine Methode zur kontinuierlichen Fertigung von Endlossträngen aus flüssigem Rohstahl. Die Brammen sind schräg zueinander positioniert und ruhen auf niedrigen Klötzen, welche Unebenheiten des Bodens ausgleichen. Die Inschrift vermittelt die Bedeutung dieser Objekte: "Hörder Stahlbrammen. In Hörde ging im Juli 1963 das damals modernste Oxygenstahlwerk Europas in Betrieb. Das Oxygenstahlwerk arbeitete mit drei Konvertern mit je 2000 Tonnen Schmelzgewicht. Nachgeschaltet waren zwei Stranggießanlagen. Vom Oxygenstahlwerk wurde der flüssige Rohstahl zu den beiden zweiadrigen Stranggießanlagen gebracht. In den Stranggießanlagen entstand aus flüssigem Rohstahl in wassergekühlten kreisbogenförmigen Kokillen in kontinuierlicher Fertigung ein Endlosstrang. Am Maschinenende wurde der abgekühlte Strang durch Schneidbrenner auf die gewünschte Länge durchtrennt. Die abgetrennten Teilstücke nennt man Brammen. Brammen sind so genannte Halbzeugprodukte, weil sie erst durch die weitere Bearbeitung, wie Walzen oder Pressen, in anderen Betrieben zu Fertigprodukten verarbeitet werden. Das Hörder Oxygenstahlwerk, einschließlich der Stranggießanlagen, wurde am 28. April 2001 stillgelegt, abgebrochen und in China wieder aufgebaut. Damit endete die Hörder Stahlgeschichte. Die beiden Stahlbrammen stammen aus einer der letzten Hörder Schmelzen. Sie wurden dem Verein zur Förderung der Heimatpflege e. V. Hörde von der Werksleitung übergeben und sollen an die 160-jährige Hörder Stahlepoche erinnern.". Sie repräsentieren nicht nur physische Produkte der Stahlerzeugung sondern auch ein bedeutendes Kapitel der Dortmunder Industriegeschichte.
