Kaiserglocke

Mahnmal

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1917

Das Mahnmal "Kaiserglocke" aus Gussstahl, geschaffen im Jahr 1917, steht als stummes Zeugnis der Vergangenheit auf einem Sockel in Form eines liegenden Kreuzes aus Ruhrsandstein in Dortmund-Mitte. Mit einem Durchmesser von etwa 1,20 m weist die Glocke ein markantes Loch auf, das an eine offene Wunde erinnert. Ursprünglich war sie Teil eines Quartetts neuer Glocken für die Stadtkirche St. Reinoldi während des Ersten Weltkriegs und ersetzte ältere Bronzeglocken. Die Inschriften auf den Glocken bezogen sich auf den Lutherchoral und nationale Motive; so trug die Kaiserglocke die Aufschrift: "DAS REICH MUSS UNS DOCH BLEIBEN"; "Geg. V. Bochumer Verein". Diese sollten sowohl an die Reformation als auch an den damaligen Siegeswillen Deutschlands erinnern. Die Inschriften der anderen Glocken lauteten: "Lutherglocke Ein feste Burg ist unser Gott“; "Hindenburgglocke Es streit’ für uns der rechte Mann“; "Reinoldusglocke Lass fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn“. Die neue Glockengruppe wurde vom Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation gefertigt, doch ihr Geläut verstummte bereits mit dem Zweiten Weltkrieg. Am 6. Oktober 1944 fielen sie einem Bombardement zum Opfer – nur die Kaiserglocke überdauerte bis heute. Nach dem Wiederaufbau der mittelalterlichen Kirche im Jahre 1956 dient sie nun vor St. Reinoldi als Mahnung vor den Zerstörungen des Krieges und Appell zum Frieden. Die Botschaft dieser kaputten Glocke ist klar: Sie steht für Erinnerungskultur und Friedensappell gleichermaßen.