Kriegerdenkmal in Kley, Gefallene 1914/1918

KriegerdenkmalSkulptur

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1938-1939 (?)

Das Kriegerdenkmal in Dortmund-Kley, eingeweiht in den 1930er Jahren, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die martialische Denkmalkultur der Zeit. Mit einer Höhe von etwa 4,00 m besteht es aus Sandstein und zeigt zwei überdimensionale Soldatenfiguren mit Stahlhelm und Uniformmantel auf einem Sockel. Die Figuren sind im Gleichschritt positioniert und greifen synchron nach ihren Waffen, was ihre Kampfbereitschaft symbolisiert. Die kaum noch lesbare Inschrift am Sockel lautet: „Der Geist der teuren Toten lebt in uns / Kley-Oespel seinen gefallenen Söhnen 1914 - 1918“; Inschrifttafel von 2004: "DIESES KRIEGERDENKMAL, 1934/35 VON DEN NATIONALSOZIALISTEN IN AGGRESSIVER, GEWALTTÄTIGER UND PATHETISCH- EXPRESSIVER FORM ERRICHTET, SOLL DEN GEDANKEN AN DIE REVANCHE FÜR DEN VERLORENEN ERSTEN WELTKRIEG SOWIE DEN KAMPF DER DEUTSCHEN SOLDATEN VERHERRLICHEN. DAS DENKMAL GILT DAHER AUCH WENIGER DER TRAUER UM DIE TOTEN DES ERSTEN WELTKRIEGES. WIE AUCH WIR DEUTSCHEN LEIDVOLL ERFAHREN HABEN, BEDEUTET JEDER KRIEG UNVORSTELLBARES ELEND, SCHMERZ, VERTREIBUNG UND TOD. MÖGE SICH JEDER BETRACHTER DESSEN EINGEDENK SEIN.". Das Denkmal wurde unter Anwesenheit des NSDAP-Reichsorganisationsleiters Robert Ley eingeweiht. Der oder die schaffende Künstler*in sind unbekannt. Im Laufe der Jahre war das Monument wiederholt Ziel politischer Auseinandersetzungen und Vandalismus. Es diente Neonazis als Versammlungsort und wurde mit Parolen beschmiert. Im Jahr 2002 forderte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dessen Abriss, doch stattdessen entschied sich die Bezirksvertretung Lütgendortmund 2004 dafür, eine Tafel anzubringen, um das Denkmal zu einem Mahnmal umzuwidmen. Trotz seiner kontroversen Geschichte bleibt dieses Kunstwerk ein Zeugnis seiner Epoche und regt zur Reflexion über die Schrecken des Krieges an.