Kriegerdenkmal in Wickede, Gefallene 1870-1871
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 1871
Das Kriegerdenkmal in Dortmund-Wickede, errichtet aus robustem Naturstein und Granit, erhebt sich mit einer Höhe von etwa 3,50 m vor der evangelischen Kirche. Es präsentiert eine emotionale Figurengruppe auf einem reich verzierten Sockel, gekrönt von einem Siegerkranz und versehen mit Inschriften. An der Front: "Das Andenken der gefallenen Krieger ehrt dankbar die Gemeinde Wickede."; links: "Es starben den Heldentod 1866 C. Grote 1870/71 C. Kohlmann / F. Kohlmann / H. Haseke"; rechts: "H. Schroer / W. Borgschulte / W. Huhsmann / W. Siehtermann / D. Haneberk". Im Zentrum des Geschehens liegt ein verwundeter Soldat am Boden, der einen Säbel in seiner Rechten hält und sich mit schmerzerfüllter Geste an die Brust fasst. Sein Blick richtet sich zu einer hinter ihm stehenden Germania-Figur mit ernstem Antlitz und gesenktem Blick. Ihre Haare sind bekränzt und sie trägt einen Mantel über ihrem langen Gewand. Die linke Hand der Germania ruht auf dem Heft eines mächtigen Schwertes; ihre Rechte hielt einst wohl einen Eichenkranz über dem Haupt des sterbenden Soldaten – ein Detail, das heute nicht mehr vorhanden ist. Dieses Denkmal unterscheidet sich markant von anderen Kriegerdenkmälern des 19. Jahrhunderts in Dortmund: Während üblicherweise Adlersäulen oder einzelne Germania-Statuen auf Postamenten an Gefallene erinnern, thematisiert dieses Werk den Heldentod explizit durch seine Figurenkonstellation. Eine solche Darstellung ist besonders für kleinere Gemeinden wie Wickede ungewöhnlich und zeugt von einer besonderen Würdigung durch den örtlichen Krieger- und Landwehrverein. Der Name des schaffenden Künstlers oder der Künstlerin bleibt unbekannt, doch ihr Werk spricht Bände über die damalige Zeit und deren Umgang mit Trauer und Ehrengedenken.
