Lore (Industriedenkmal)
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: Nicht bekannt
Die Lore, ein Industriedenkmal aus Stahl und Farbe, steht an der Königgrätzer Straße Ecke Wrangelstraße in Dortmund-Eving. Mit ihren Maßen von 1,38 m Höhe und 1,45 m Breite symbolisiert sie die historische Verbindung des Stadtteils zum Bergbau. Die Inschrift auf einer Metallplatte "Geschenkt von Wolfgang Kremers Hotel Restaurant Grüne Tanne" weist darauf hin, dass das Kunstwerk eine Stiftung ist. Zusätzlich vermerkt die Beschriftung auf der Kohlelore "Kolonie Kirdorf 1912/1913", die Entstehungszeit der gleichnamigen Arbeitersiedlung. Diese Siedlung wurde benannt nach Emil Kirdorf, dem damaligen Vorsitzenden der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG), welche ab 1888 Eigentümerin der Grubenbauten im Raum Eving war. Die Kolonie entstand nördlich des Schachtes Minister Stein 3 als Reaktion auf das Wachstum der Zeche und umfasste zunächst 90 Häuser mit insgesamt 160 Wohnungen in ländlicher Bauart. Trotz ihrer Einfachheit boten diese Wohnungen moderne Annehmlichkeiten wie elektrisches Licht. Auf der Lore sind Hammer und Schlägel zu sehen, traditionelle Symbole des Bergbaus - die Lore erinnert aber auch an die Gartenstadt-Siedlung mit ihren charakteristischen Dächern, Türmchen und Natursteinsockeln, welche bei den Bewohnern sehr beliebt war. Die Lore steht somit nicht nur für ein Stück Industriegeschichte Dortmunds, sondern auch für sozialgeschichtliche Aspekte wie den Wohnungsbau durch Zechengesellschaften und die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
