Spundwand

Industriekunst

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: Nicht bekannt

Das Industriekunstwerk "Spundwand" besteht aus einem 1,80 m hohen und 1,20 m breiten Stück einer Hoesch-Spundwand, gefertigt aus vollverzinktem Spezialstahl. Die Spundwand repräsentiert eine bedeutende Entwicklung in der Bautechnik: Ursprünglich wurden Spundwände aus Holz hergestellt und mittels Nut- und Federprinzip verbunden, was ihre Widerstandsfähigkeit limitierte. Eine Innovation stellte die Erfindung der eisernen Spundwand durch den Bremer Baurat Trygge Larssen im Jahr 1904 dar, welche als Larssen-Wand bekannt wurde und eine revolutionäre Verbesserung für Bauarbeiten unter Wasser bot. Die auf dem Kunstwerk angebrachte Beschilderung erläutert die Geschichte dieser Technologie – von den hölzernen Anfängen bis hin zur patentierten Larssen-Wand mit ihrem U-förmigen Profil und angenietetem Z-Profil als Schloss. Im Jahr 1914 erfolgte eine Weiterentwicklung durch die Dortmunder Union, indem das Schloss direkt an das Walzprofil angebracht wurde. Dieses Verfahren wurde später von der Dortmunder Hoesch-AG weiter optimiert. Auf dem Schild ist zudem ein historisches Werbebild für Spundwände aus Spezialstahl um das Jahr 1935 zu sehen (Quelle: ThyssenKrupp Konzernarchiv). Die Rückseite des Kunstwerks trägt stolz die Inschrift „HOESCH MADE IN GERMANY“. Die Industriekunst befindet sich in der Eberhardstraße in Dortmunds Innenstadt-Nord und dient als lehrreiches Zeugnis industrieller Fortschritte in der Stadtgeschichte Dortmunds. Beschilderung mit Bild: „Hoesch-Spundwand / Spundwände konnten zunächst nur aus Holz hergestellt werden. Die einzelnen Spundwandbohlen wurden nach dem ganz einfachen Nut- und Feder-Prinzip ineinander gesteckt. So waren den hölzernen Spundwänden hinsichtlich ihrer Widerstandskraft natürliche Grenzen gesetzt. Doch sie waren die einzige Möglichkeit Baugruben vor Überschwemmungen durch Grundwasser oder bei Bauarbeiten im freien Wasser vor diesem zu schützen. So kam es einer Revolution gleich, als der Bremer Baurat Trygge Larssen, der aus Norwegen stammte, zusammen mit Ingenieuren und Walzfachleuten der „Dortmunder Union“ die eiserne Spundwand erfand und sie 1904 auch patentieren ließ. Die Larssen-Wand, wie sie bis heute genannt wird, ist eine „Spundwand aus Walzprofilen von rinnenförmigem Querschnitt“, wie die Beschreibung des Patentes lautet. Es wurde ein U-förmiges Spundwandprofil hergestellt, an das ein kleines Z-Profil als Schloss angenietet wurde. Auf diese Weise wurde eine zug- und druckfeste Verbindung zwischen den einzelnen Bohlen geschaffen. Diese Machart der Larssen-Wand wurde 1914 durch die Walzwerke der Dortmunder Union verbessert: Es gelang das Schloss beidseitig an das Profil anzuwalzen und damit fiel der separate Walzvorgang des Z-Profils und das Annieten weg. 1924 bekam die Larssen-Wand Konkurrenz durch die Dortmunder Hoesch-AG. Denn das neue Hoesch-Patent verbesserte die Materialausnutzung und auch das Schloss, das nun in Form eines Labyrinthverschlusses angewalzt wurde. Dem entspricht auch die vollverzinkte Hoesch-Spundwand unseres Lehrpfades.“; Bildunterschrift: „Werbung für Spundwände aus Spezialstahl, um 1935 / (Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv)“; Rückseite der Spundwand: „HOESCH MADE IN GERMANY“.