Teilstück der Torgauer Brücke
Künstler: Künstler:in unbekannt
Jahr: 1895
Das Industriekunstwerk, ein Teilstück der historischen Torgauer Brücke, thront seit dem 10. Juni 1995 in Dortmund-Hörde und ist Zeugnis sowohl des Endes des Zweiten Weltkrieges als auch der regionalen Stahlbaukunst. Das aus genietetem Stahl gefertigte Fragment wiegt 13 Tonnen und misst eine Länge von 12,00 m. Es symbolisiert die Begegnung der sowjetischen und amerikanischen Truppen am 25. April 1945 auf eben jener Brücke. Die Geschichte dieses Bauwerks reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert, als es noch aus Holzkonstruktionen bestand, die auf Sandsteinpfeilern ruhten. Eine umfassende Modernisierung erfolgte zwischen den Jahren 1878 und 1895; dabei wurden die hölzernen Überbauten durch stählerne Fachwerkbögen aus Dortmunder Stahl substituiert – hergestellt von der Dortmunder Union Brückenbau. Als im Jahr 1994 die Entscheidung fiel, dass die über hundertjährige Elbebrücke einer moderneren Konstruktion weichen sollte, engagierte sich Ewald Rüter für den Erhalt eines Segments dieser Ingenieursleistung. Rüter hatte seine Ausbildung bei eben jener Firma absolviert, welche einst die Bögen fertigte. Mit dem Aufstellen des Brückenfragments auf dem Gelände seiner Firma dokumentiert er nicht nur einen Abschnitt der Stahlgeschichte sondern bewahrt auch ein Beispiel für traditionelle Ingenieurskunst: Die Vernietungstechnik der Streben ähnelt jener des Pariser Eiffelturms und verweist auf eine Zeit vor fortschreitender Industrialisierung im Brückenbau.
