Thomas-Konverter

Industriekunst

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1954 (?)

Der Thomaskonverter, ein Industriedenkmal aus Stahl, steht mit einer Höhe von 7,00 m und einer Breite von 4,50 m auf der Kulturinsel am westlichen Rand des Phoenixsees in Dortmund-Hörde. Dieses letzte Exemplar der sogenannten "Thomasbirnen", erbaut im Jahr 1954 in den werkseigenen Werkstätten des Hörder Werks, diente bis zum Jahr 1965 zur Stahlschmelze. Seine dunkle Erscheinung und die markanten Nieten stehen im Kontrast zur umgebenden modernen Architektur und zeugen von vergangenen industriellen Zeiten. Die Thomasbirne wurde am 25. Mai 2002 als Denkmal eingeweiht und fand schließlich am 29. Juni 2010 ihren heutigen Standort auf der Insel. Sie erinnert an das revolutionäre Verfahren des Briten Sidney Gilchrist Thomas aus dem Jahre 1877, welches durch eine spezielle Ausmauerung und Zugabe von Kalk die Nutzung phosphorhaltiger Erze ermöglichte – ein Meilenstein für die deutsche Stahlproduktion. Am historischen Ort der Hermannshütte, gegründet am 16. Februar 1852 von Hermann Dietrich Piepenstock, steht dieses Monument nun als Zeugnis der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts sowie des lokalen Erbes: Hier wurde erstmalig in Deutschland nach dem Thomasverfahren Stahl produziert. Eine Tafel vor Ort informiert über die Geschichte: "Thomas-Konverter. Das erste Roheisen wurde in Hörde, wenige Meter von dieser Stelle entfernt, in Puddelöfen zu Rohstahl veredelt. Kräftige Puddler rührten mit einer Eisenstange von Hand das flüssige Roheisen, um unerwünschte Schadstoffe abzusondern. Ab 1864 erfolgte in Hörde die Veredlung in Bessemer-Konvertern, die wegen ihrer Form „Birnen“ genannt wurden. Bei diesem Verfahren wurde Luft durch die Bodensteine der Birne geblasen. Braunroter Rauch verfärbte dabei den Himmel über Hörde. Beim Bessemer-Verfahren konnte aussließlich aus hochwertigen und teuren Import-Erzen erzeugtes Roheisen verarbeitet werden. Dem Engländer Sidney Gilchrist Thomas gelang es 1877, durch eine besondere Ausmauerung der Thomasbirne und durch den Zusatz von Kalk, den unerwünschten Phosphor abzuscheiden. Dieses Verfahren erlaubte den Einsatz preiswerter heimischer Erze. Die phosphorhaltige Schlacke wurde zu „Thomasmehl“ zermahlen und als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt. Am 22. September 1879 wurde in Hörde, zeitgleich mit Duisburg-Meiderich die erste Thomas-Schmelze in Deutschland erblasen. Diese Thomasbirne ist die letzte, die 1954 in der Hörder Kesselschmiede gebaut wurde. Sie war bis zur Schließung des Thomasstahlwerkes im Jahre 1964 im Einsatz. Dem Verein zur Förderung der Heimatpflege e.V. Hörde wurde die Thomasbirne von der ThyssenKrupp Stahl AG kostenlos überlassen. Der Verein hatte die Kosten für Transport und Aufstellung zu tragen. Die Birne wiegt 68 Tonnen und ist etwa sieben Meter hoch. Sie wurde am 25. Mai 2002 der Öffentlichkeit als Industriedenkmal übergeben.".