Vincke-Turm

Baudenkmal

Künstler: Künstler:in unbekannt

Jahr: 1857

Der Vincke-Turm, ein neugotisches Denkmal aus Bruchstein, wurde 1857 zu Ehren Ludwig Freiherr von Vinckes, des ersten Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, auf der Hohensyburg errichtet. Das achteckige Bauwerk steht neben den Überresten der im 17. Jahrhundert zerstörten Syburg und symbolisiert den Übergang in eine neue Ära. Ein Porträt Vinckes ziert den Eingangsbereich des Turms. Im Inneren führt eine Treppe an acht spitzbogigen Fenstern vorbei hinauf zu einer Aussichtsplattform mit zinnenartiger Brüstung in 26,00 m Höhe, die einen beeindruckenden Blick über das Umland und den Zusammenfluss von Lenne und Ruhr ermöglicht. Die Inschrift am Turm dokumentiert die Errichtung als Aussichtsturm und gedenkt Vinckes Verdiensten um den Wiederaufbau Westfalens nach französischer Herrschaft: Beschilderung: „BAUDENKMAL VINCKETURM / 1857 ERRICHTET ALS ACHTECKIGER AUSSICHTSTURM VON 20 M HÖHE ZU EHREN DES ERSTEN OBERPRÄSIDENTEN DER 1815 GEBILDETEN PREUSSISCHEN PROVINZ WESTFALEN LUDWIG FREIHERR VON VINCKE (1774-1844). ANLASS DER EHRUNG WAREN SEINE GROSSEN VERDIENSTE UM DEN AUFBAU WESTFALENS NACH DER FRANZÖSISCHEN HERRSCHAFT. DURCH SEINE HEIRAT MIT ELEONORE VON SIEBERG ZUM BUSCH WURDE ER EIGENTÜMER DER MITTELALTERLICHEN BURGRUINE HOHENSYBURG. / 1955 RESTAURIERUNG / HEUTIGER EIGENTÜMER IST DER LANDSCHAFTSVERBAND WESTFALEN-LIPPE.“. Die Allgemeine Deutsche Biografie würdigt ihn für sein Engagement zur Verbesserung Westfalens – vom Ausbau des Straßennetzes bis hin zur Gründung von Bildungs- und Pflegeeinrichtungen. Trotz seines Einsatzes für Fortschritt war Vincke auch Teil der Restaurationspolitik Preußens, inklusive Pressezensur und politischer Unterdrückung. Liberal gesinnte Bürger setzten sich Mitte des 19. Jahrhunderts für das Denkmal ein, welches sie als Repräsentation ihrer wirtschaftlichen Interessen sahen. Am Geburtstag König Friedrich Wilhelms III., dem Ernennenden Vinckes zum Oberpräsidenten, fand die Einweihung statt – ohne Vertreter staatlicher Behörden oder des Königshauses. Der Turm avancierte schnell zu einem beliebten Zielort und musste bereits 1875 restauriert werden; nach weiterer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1955 eine erneute Instandsetzung. Als erstes Monument dieser Art im Ruhrtal inspirierte der Vincke-Turm weitere Gedenkbauten in der Region und bleibt bis heute ein historisch bedeutsames Bauwerk in Dortmund-Syburg.