Der Börsenspekulant
Künstler: Kuno Lange
Jahr: 1990
In Dortmund-Brackel, direkt vor der Sparkasse, erhebt sich das Werk "Der Börsenspekulant" des Bildhauers Kuno Lange aus dem Jahr 1990. Die Skulptur besteht aus zwei bis zu 0,83 m hohen Bronzefiguren auf einer Plinthe auf einem 1,02 m hohen und 0,50 m breiten Sockel mit dicken Marmorplatten. Sie zeigt eine Szene mit humoristischem Unterton: Ein kleinerer, rundlicher Mensch mit Glatze liest konzentriert eine Zeitung und scheint über die Nachrichten amüsiert zu sein, während ein größerer, schlanker Mensch mit auffälliger Haartolle und Sonnenbrille versucht, einen Blick auf das Blatt zu werfen – sein Gesichtsausdruck verrät Schock und Unglauben. Die Figuren sind in einer lebendigen Interaktion dargestellt; ihre Körpersprache spiegelt unterschiedliche Reaktionen auf die Börsennachrichten wider. Der Titel der Skulptur deutet an, dass einer der beiden Charaktere möglicherweise von steigenden Aktienkursen profitiert hat, während der andere Verluste hinnehmen musste. Kuno Lange schuf diese Arbeit als Teil seines künstlerischen Schaffensprozesses, bei dem seit den 1980er Jahren der menschliche Körper im Zentrum steht. Seine Werke zeichnen sich durch leicht abstrahierte oder traditionelle Darstellungen sowie eine expressive Körpersprache aus. Die unregelmäßige Oberfläche der Bronze lässt die Spuren des Modellierungsprozesses erkennen und verleiht den Figuren Authentizität. Lange selbst beschrieb seine Faszination für den Menschen und dessen grundlegende Lebensäußerungen; seine Kunst erforscht die inneren Spannungen des Individuums. Auf der linken Seite hinten ist das Kunstwerk signiert und datiert mit "K. Lange 90". Diese Skulptur fügt sich nahtlos in Langes meist gegenständliches Oeuvre ein und stellt gleichzeitig einen subtilen Bezug zum Finanzwesen her – passend zum Standort vor einer Bankfiliale.
